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Bünde/Espelkamp

37-Jähriger aus Bünde eine Stunde lang reanimiert

Polizei schließt Fremdverschulden aus und stellt Ermittlungen ein / Nachdenken über Badeaufsicht

Menschenleer präsentiert sich der "See am Kleihügel" gestern. - © Foto: Hans-Günther Meyer
Menschenleer präsentiert sich der "See am Kleihügel" gestern. (© Foto: Hans-Günther Meyer)

Bünde/Espelkamp (nw). Der Tod des 37-jährigen Bünders im "See am Kleihügel" ist ein tragischer Unglücksfall. So bewerten die ermittelnden Beamten der Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke den Vorfall, der sich gegen 18.55 Uhr am Samstagabend in dem Gewässer ereignete. "Aus polizeilicher Sicht ist der Fall für uns erledigt", so Thomas Bensch von der Pressestelle. Fremdverschulden sei auszuschließen, sodass auch keine Obduktion angeordnet werden müsse.

Der Bünder sei "viel zu früh und viel zu jung gestorben", sagte er. Allerdings müsse man generell "angesichts solcher Wetterlagen aufpassen".

Das sieht auch der Einsatzleiter der Espelkamper Feuerwehr, Jörn Stratmann-Sablotny, ähnlich. Nur wenige Minuten nach der Alarmierung traf er mit 15 weiteren Kräften des Löschzuges Mitte und mit einem Rettungsboot am See ein, das von der Löschgruppe Gestringen mitgebracht worden war. Letztendlich musste dieses jedoch nicht mehr eingesetzt werden. Der Körper des Mannes war bereits aus dem See von Freunden geborgen worden, nachdem er zunächst wild um sich geschlagen hatte. Dadurch waren sie überhaupt darauf aufmerksam geworden, dass mit dem Mann etwas nicht stimmen konnte. Fast zeitgleich traf auch der Notarztwagen ein.

Wie Stratmann-Sablotny erläuterte, hatten diejenigen, die den Bünder aus dem Wasser herausgeholt hatten, gleich mit den Reanimationsvorkehrungen angefangen. "Das war auch alles richtig und vorschriftsmäßig." Als die Feuerwehrleute eintrafen, lösten sie die Ersthelfer ab. Sablotny: "Angesichts der Wetterlage war das dringend notwendig, denn die Reanimationsversuche sind sehr kräftezehrend." Als schließlich der Notarzt angekommen war, übernahm dieser. Insgesamt habe man fast eine Stunde lang damit zugebracht, den Mann wieder ins Leben zurückzuholen - vergebens. Die Feuerwehr sorgte dafür, dass das Areal weiträumig abgesperrt war. Niemand traute sich mehr, ins Wasser zu gehen. Vor allem die zahlreichen Kinder sollten von dem Geschehen, das sich am Seeufer abspielte, möglichst ferngehalten werden.

An heißen Tagen sind nicht selten mehr als 1.000 Menschen am "See am Kleihügel", um sich hier mit Freunden zu treffen und sich zu erfrischen. "Das tun sie auf eigene Gefahr", sagt Torsten Siemon, Pressesprecher der Stadt Espelkamp. Er weist auf eine entsprechende Beschilderung rund um den viereinhalb Hektar großen See hin. Aufgrund der Größe gebe es deshalb auch keine Badeaufsicht. "Das können wir einfach nicht gewährleisten. Was geschieht beispielsweise in der Nacht, denn der See ist frei zugänglich?", fragt Siemon. Die Stadt Espelkamp besitze ein Freibad, wo man einen reibungslosen Betrieb und eine Aufsicht durch die Öffnungszeiten und bauliche Gestaltung leisten könne.

Bernhard Penning, 1. Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Espelkamp, warnt vor übermäßigem Alkoholgenuss und vor Überhitzung des Körpers an besonders heißen Tagen im Sommer. "Wenn man sich in einem solchen Zustand - ohne sich abzukühlen - kopfüber ins kalte Wasser begibt, kann das Herz schon mal plötzlich stehenbleiben." So etwas sei schon häufiger vorgekommen. Er rät dazu, sich langsam - von unten nach oben - mit kaltem Wasser abzukühlen und erst dann komplett unterzutauchen oder zu schwimmen.

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