Bielefeld/Paderborn. Im vergangenen Jahr hat der doppelte Abiturjahrgang für einen Ansturm auf die Hochschulen in NRW gesorgt. Mehr als 100.000 nahmen ihr Studium auf. Nicht nur Professoren und Verwaltung mussten sich darauf einstellen, sondern auch die zwölf Studentenwerke des Landes. Sie müssen mehr Studenten versorgen, unter anderem mit ausgewogenem Essen, bezahlbarem Wohnraum und Kita-Plätzen für den Nachwuchs.
HOCHSCHULGASTRONOMIE
In den Mensen, Cafeterien und Bistros – insgesamt sind es 210 Einrichtungen in NRW – wurden rund 18,7 Millionen Essen zu Preisen von 1,80 Euro bis 5,90 Euro verkauft. Um auch in Zukunft möglichst vielen Studenten zur Mittagszeit einen Platz bieten zu können, hat die Universität Bielefeld in diesem Jahr angebaut. Die Speisesäle bieten dort mehr als 1.900 Studenten einen Sitzplatz. 85 Mitarbeiter können täglich bis zu 7.500 Portionen zubereiten. Zusätzlich können sich die Gäste an einem großen Salat- und Dessertbuffet bedienen.
Mit dem Ortswechsel der Mensa ist das Studentenwerk trotz kleinerer Startprobleme zufrieden. "Gäste und Mitarbeiter haben zwar am ersten Tag deutliche Anlaufprobleme wahrgenommen, aber wir müssen bedenken, dass wir mit diesem großen Projekt einen Kaltstart wagen mussten, ohne Test-wochen und ohne Parallelbetrieb mit der alten Mensa", sagt der Abteilungsleiter Gastronomie des Studentenwerks Bielefeld, Mark Both. "Schon am zweiten Tag lief der Betrieb mit der gleichen Gästezahl bereits nahezu reibungslos."
WOHNRAUM
Derzeit gibt es in NRW 49.500 öffentlich geförderte Wohnplätze für Studenten. Davon unterhalten die Studentenwerke rund 38.000 Wohnplätze (77 Prozent). Die Durchschnittswarmmiete liegt bei 230 Euro. Das Studentenwerk Bielefeld verfügte 2013 über rund 2.600 Wohnplätze, für die die Studenten 212 Euro pro Monat zah-len mussten. Während das Bielefelder Studentenwerk damit unter dem landesweiten Durch-schnitt liegt, müssen die Mieter in Paderborn tiefer in die Tasche greifen. Dort kostete jeder der rund 1.100 Wohnplätze im Schnitt 257 Euro.
In der Domstadt war die Wohnsituation im Herbst 2013 besonders angespannt – und sie bleibt es auch weiterhin. Das Studentenwerk kann nicht allen Interessenten einen Platz im Wohnheim anbieten. "Die große Nachfrage nach hochschulnahem und insbesondere bezahlbarem Wohnraum wird in den nächsten fünf Jahren in NRW nicht abreißen. In Anbetracht dessen müssten für diesen Zeitraum rund 5.000 Plätze zusätzlich geschaffen werden", so Detlef Rujanski von den NRW-Studentenwerken. In Bielefeld hingegen finden viele Studenten auch auf dem privaten Wohnungsmarkt noch eine bezahlbare Bleibe. "Hier ist die Situation im Vergleich mit anderen Städten aber noch entspannt", sagt Helga Fels, Abteilungsleiterin Wohnen beim Studentenwerk Bielefeld.
STUDIENFINANZIERUNG
85 Prozent der Studenten in NRW (87 Prozent im Bundesgebiet) werden von ihren Eltern durchschnittlich mit rund 470 Euro pro Monat finanziell unterstützt. 68 Prozent tragen neben ihrem Studium selbst zur Finanzierung ihres Lebensunterhaltes mit eigenem Verdienst bei, im Durchschnitt sind es 360 Euro monatlich.
Durchschnittlich rund 89.000 Studenten, also fast jeder Fünfte, haben Bafög bezogen, insgesamt wurden mehr als 500 Millionen Euro Fördermittel ausgezahlt. Die durchschnittliche monatliche Förderleistung liegt bei 430 Euro. "Eine sichere Studienfinanzierung ist wichtig für die Studienplanung und den Studienerfolg", so Wissenschaftsministerin Svenja Schulze. Allerdings nimmt der Anteil der Studenten, die Bafög beziehen, seit Jahren ab.
KINDERBETREUUNG
Die Studentenwerke betreiben 29 Kindertagesstätten an 16 Hochschulstandorten mit gut 1.450 Plätzen. Das Studentenwerk Bielefeld bietet 150 Plätze, und das Studentenwerk Paderborn kann in der hochschuleigenen Kita insgesamt 90 Kinder betreuen.