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OWL

Studie: Einwohnerzahl in OWL fällt bis 2030 unter zwei Millionen

Bevölkerungsprognose: Bis 2030 verliert die Region 88.000 Einwohner

Gütersloh. Die Bevölkerungsstruktur von Ostwestfalen-Lippe wird sich in den kommenden 15 Jahren spürbar verändern. 2030 wird die Zahl der Einwohner unter die Zwei-Millionen-Grenze sinken. Das geht aus der Bevölkerungsprognose hervor, die die Bertelsmann-Stiftung am Mittwoch vorlegt. Demnach werden 59 der 70 Kommunen deutlich schrumpfen und altern. Das stellt sie vor große Herausforderungen.

Nur noch 1,94 Millionen Menschen werden 2030 in Ostwestfalen-Lippe leben, heißt es in der Studie der Bertelsmann-Stiftung, die dieser Zeitung vorliegt. Verglichen mit der Entwicklung auf Bundesebene (-0,7 Prozent) und in Nordrhein-Westfalen (-2,7 Prozent) steht der Region mit einem Rückgang von 4,3 Prozent ein überdurchschnittlich starker Bevölkerungsschwund bevor.

"Die Zuwanderung bremst den Rückgang der Bevölkerung in Ostwestfalen-Lippe zwar leicht, trotzdem schrumpft und altert die Einwohnerschaft vielerorts", sagt die Projektmanagerin der Bertelsmann-Stiftung, Petra Klug.

Besonders hart trifft es den Kreis Höxter mit einem prognostizierten Rückgang von 11,6 Prozent. Kreiskommunen wie Steinheim oder Marienmünster verlieren sogar 17 bis 15 Prozent ihrer Einwohner. Aber auch die Kreise Lippe (-7,7 Prozent), Minden-Lübbecke (-7,2 Prozent) und Herford (-7 Prozent) schrumpfen deutlich. Im Jahr 2020 könnten nur noch 334.650 Menschen in Lippe leben - ein Minus von 7700.

Auch der Kreis Gütersloh (-0,8 Prozent) und Bielefeld (-1,2 Prozent) werden Einwohner verlieren. Dabei galten der Kreis und die kreisfreie Stadt lange als wachsend. Noch im April hatte das statistische Landesamt IT NRW eine Studie über die Bevölkerungsentwicklung der Bezirksregierung Detmold veröffentlicht. Aus diesen Berechnungen ging hervor, dass Bielefeld bis zum Jahr 2040 um 2,4 Prozent wachsen wird und der Kreis Gütersloh um 2,5 Prozent. "Die Studien des statistischen Landesamtes IT NRW und der Bertelsmann-Stiftung basieren auf den gleichen amtlichen Daten", erklärt Klug. "Doch wir unterscheiden uns bei den Annahmen zur Zuwanderung, was zu unterschiedlichen Ergebnissen führen kann."

Für den Kreis Paderborn stimmen die beiden Studien überein: Der Kreis wächst. Bertelsmann rechnet mit einem Zuwachs von 0,7 Prozent. Die Kreiskommunen Bad Lippspringe (+7,7 Prozent) und Paderborn (+3,1 Prozent) sind die am stärksten wachsenden Städte in Ostwestfalen-Lippe. Insgesamt gibt es mit Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück und Verl (Kreis Gütersloh) sowie Hövelhof und Salzkotten (Kreis Paderborn) nur noch fünf weitere wachsende Kommunen. "Doch auch dort altert die Bevölkerung. Die Folgen des demografischen Wandels verschärfen sich", sagt Klug. "Die steigende Zahl der Hochbetagten über 80 Jahre bringt einen zunehmenden Pflegebedarf.

Der Rückgang und die Alterung der Bevölkerung führen zudem zu Versorgungslücken in den Bereichen Infrastruktur, Gesundheit und Digitalisierung und zu einem Mangel an Arbeitskräften. Deshalb empfiehlt die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld Unternehmen, sich mit Ausbildungen und Weiterbildungen für den Bevölkerungsrückgang zu wappnen und sich nicht erst 2030 darauf einzustellen, sagt Geschäftsführer Christoph von der Heiden."

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