Bielefeld. Alltäglich sind sie in Asien, schwer angesagt in Amerika und in Deutschland gerade der letzte Schrei. Streetfood-Märkte breiten sich aktuell von den Metropolen in die Regionen aus. Die erste Veranstaltung in Bielefeld ist am Freitag, 10 Juli, am Ringlokschuppen.
Vietnamesische Suppe löffeln können die Besucher, einen Schlag aus der riesigen Paella-Pfanne nehmen oder den Unterschied zwischen einem Blackbean-Burger und einer hausgemachten Lammbulette herausschmecken. Der Streetfood-Market, wie er offiziell heißt - ein Treffpunkt für alle, die ihrem Gaumen gern das Besondere gönnen, für Veganer, Vegetarier und diejenigen, die lieber der Fleischeslust frönen.
Essen als Ereignis
Der Begriff Streetfood stammt aus Asien und Südamerika, wo fliegende Händler preisgünstige Speisen auf der Straße anbieten. Doch mit Imbissspeisen wie Currywurst und Döner hat das nur wenig zu tun. In deutschen Großstädten hat sich eine ganz andere Streetfood-Szene entwickelt. Hier steht Streetfood vor allem für spezielle Events, wo das Essen an Ständen oder von Food-Trucks, wie neudeutsch diese Imbisswagen heißen, verkauft wird. Die Standbetreiber - etablierte Restaurants und auch Quereinsteiger.
Das Beste daran: Die köstlichen Gerichte sind nicht nur preiswert, sondern meist auch von hervorragender Qualität. Denn die mobilen Köche konzentrieren sich auf das Wesentliche: wenig Zutaten, gute Produkte, geringe Garzeiten und meist auch die Leidenschaft für kreative Gerichte.
Vegan im Trend
Viel in der Welt herumgekommen ist Bilen Rosenthal. Die Betreiberin des Cafés Schlösschen findet Streetfood-Märkte "cool" und möchte sie auch in Bielefeld etablieren. Frische Waffeln, vegane Kuchen, hausgemachtes Knäckebrot und Müsliriegel aus eigener Herstellung wird sie Freitag anbieten. Außerdem Salate im Glas.
Der Streetfood-Markt beginnt am Freitag, 10. Juli, um 16 Uhr und kostet drei Euro Eintritt.
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"Da sind wir dabei", war auch die spontane Reaktion von Andreas Büscher (Büschers Restaurant), als er von der Veranstaltung erfuhr. Mitbringen wird der Vizepräsident des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) eine Grillstation, mit der er US-Rindfleisch grillt und schottischen Biolachs räuchert. Dazu bietet Büscher frisches Gemüse im Dutch Oven an. "Stilecht wie im Western", beschreibt er die gusseisernen Töpfe, die zu Zeiten, in denen es noch keine Herde gab, zum Kochen im offenen Feuer verwendet wurden. Veggie über alles heißt es bei Thi Dieu Nguyen. Die Betreiberin des Asiarestaurants Veggie Delicious drückt ihren Gästen vietnamesische Frühlingsrollen und XL-Barbecueburger in die Hand, auch Taro Knödelchen, wie diese gefüllten Teigtaschen heißen, und weitere asiatische Snacks, die eins gemeinsam haben: Sie sind vegan. Die Streetfood-Marktkultur ist Nguyen aus ihrer Heimat, dem Ruhrgebiet, längst bekannt.
Mediterranes bleibt
Ausschließlich vegane Speisen bietet auch Max Plöger vom Restaurant Jakob an: zwei Sorten Burger, einen aus schwarzen Bohnen, den anderen aus Falafelteig, dazu reichlich fleischfreies Fingerfood.
Zum Abstecher nach Spanien lädt die Tapasbar im Nordpark ein. Ihr Betreiber Murat Güldiken richtet in einer XXL-Pfanne eine Paella an. Mit frischen Meeresfrüchten, so lautet das Versprechen.
Vom Mittelmeerraum inspirieren ließen sich auch die Küche der Catsanos-Betriebe Mediterrane, Medi 52 und Jivino. Neben Tapas wie Garnelen- und Hähnchenspießen grillen sie auch Merguez, die nordafrikanische Lammbratwurst. Jimmis Jungs rollen übrigens im roten britischen Oldtimerbus an, mit dem sie beim Donnerstagsmarkt auf dem Klosterplatz vertreten sind.
Asiatische Suppenspezialitäten schenken Dirk Timmermann und Lars Reddemann vom Numa aus. Damit geben beide Gastronomen schon einen Vorgeschmack von dem, was die Gäste künftig in ihrem neuen Lokal Soba erwartet.
Zum Streetfood-Markt fällt Thomas Keitel eine gewisse Ähnlichkeit mit dem früheren à-la-Carte-Format ein. Der Dehoga-Hauptgeschäftsführer erinnert sich: "Dortmund war die erste Stadt, die vor 30 Jahren damit begann." Später setzte sich das Konzept bis in Bielefelder Stadtbezirke wie Brackwede und Schildesche fort.
Nachfrage wächst
Mittlerweile habe das Publikum die Welt bereist und stelle andere Ansprüche ans Essen. Vom Erfolg des Bielefelder Streetfood-Marktes ist Keitel schon im Vorfeld überzeugt.
Eine Art Wanderzirkus betreibt die Firma Streetfood-Festival (Köln). 18 Märkte haben die Veranstalter seit ihrem Start im September 2014 organisiert, im Ruhrgebiet, in Hessen und Norddeutschland. Die Nachfrage sei enorm. 25 bis 50 Teilnehmer machen laut Vincent Schmidt jeweils mit. Nach Auskunft des Veranstalters kommen diese Fastfood-Anbieter aus den jeweiligen Regionen und aus dem Ausland.