Bielefeld. Die Bielefelder Polizei zeigte sich am Montagmorgen wenig begeistert, als sie zum ersten Mal Bilder eines Kleintransporters sah, der nach dem schweren Unfall auf der A 2 am Samstag entgegen der Fahrtrichtung die Autobahn an der Anschlussstelle Bielefeld-Ost verlassen wollte und dabei fast mit einem entgegenkommenden Auto zusammengestoßen wäre.
Was war passiert? Ein Kameramann hatte am Samstagnachmittag nach dem schweren Unfall kurz hinter der Auffahrt Ost Richtung Herford gefilmt. In dem kilometerlangen Stau stand auch ein Kleintransporter aus Düren, der die Aufhebung der Vollsperrung nicht abwarten wollte.
Der ungeduldige Fahrer wendete sein Fahrzeug, um dann die ein paar hundert Meter entfernte Auffahrt zur A 2 in Gegenrichtung zu befahren. Über die Detmolder Straße wollte er dann dem Stau ausweichen. Dabei kam ihm in der Kurve ein PKW entgegen, der geistesgegenwärtig bremste und so einen weiteren Unfall vermied.
Fahrer beging eine Straftat
Der Kameramann hielt dieses gefährliche Manöver auf einem Video fest. Er hatte vorher noch den polnischen Fahrer des Kleintransporters vor seiner Geisterfahrt gewarnt, war aber mit einem Lächeln abgewiesen worden.
Achim Ridder, Pressesprecher der Bielefelder Polizei, spricht bei dieser Verkehrsgefährdung von einer Straftat, die hier begangen wurde. Der Fahrer muss jetzt mit einem Strafverfahren rechnen, das mit einer Geldbuße bis hin zu einer Freiheitsstrafe geahndet werden könne.
Weil sich immer wieder schwere Unfälle auf der A2 mit Vollsperrungen und langen Staus ereignen, warnt Achim Ridder davor, eigenständig in Richtung Gegenverkehr zu fahren, um so dem Stau zu entkommen. "Nur auf Anweisung der Polizei darf auf der Autobahn vor einem Stau gewendet werden", so der Polizeisprecher, "Alles andere sei untragbar, lebensgefährlich für alle Verkehrsteilnehmer und ziehe hohe Strafen nach sich."
Der polnische Fahrer wird demnächst Post von der Bielefelder Staatsanwaltschaft bekommen.