Detmold (epd). Ein Modellprojekt von Lippischer Landeskirche und der Detmolder Justizvollzugsanstalt (JVA) soll ältere Menschen nach ihrer Haft unterstützen. Dazu hat die Diakonische Stiftung „Herberge zur Heimat" eine ehemalige Dienstwohnung der Justizvollzugsanstalt gemietet, in die zwei Männer über 60 Jahre einziehen werden.
Ein Netzwerk aus Mitarbeitern der Justizvollzugsanstalt, der diakonischen Einrichtung „Herberge zur Heimat", der Gefängnisseelsorge und Ehrenamtlichen begleite die Zeit vor und nach der Entlassung. Bei Erfolg könne das Projekt ein Modell zur gesellschaftlichen Wiedereingliederung werden, erklärte JVA-Direktor Oliver Burlage.
Die Zusammenarbeit zwischen der JVA und der diakonischen Einrichtung „Herberge zur Heimat" sei in dieser Form einmalig in NRW. Die JVA Detmold habe 2008 als erste von 38 Vollzugsanstalten in NRW eine eigene Abteilung für ältere Gefangene eingerichtet.
Der lippische Kirchenrat Tobias Treseler bezeichnete das Projekt als einen „Ausdruck christlicher Nächstenliebe". Verurteilte, die längere Haftstrafen verbüßt haben, hätten es sowohl auf dem freien Markt als auch in einem Seniorenheim sehr schwer, eine Wohnung oder einen Heimplatz zu finden, erklärte der Leiter der „Herberge zur Heimat", Matthias Neuper.
Hinzu kämen die allgemeinen Probleme, sich wieder an ein eigenverantwortliches Leben in Freiheit zu gewöhnen, erklärte Neuper. Diese Betreuung könne die „Herberge" bei den Haftentlassenen übernehmen. Die Stiftung bietet ein betreutes Wohnen an. Finanziert werde diese Sozialbetreuung aus Mitteln des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe.