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Hannover/Detmold

Weidmüller rechnet 2017 mit 5 Prozent Umsatzwachstum

Hannover/Detmold. Mit viel Rückenwind startet die Weidmüller-Gruppe in das Geschäftsjahr 2017. Der neue Vorstandssprecher Jörg Timmermann (46) gab bei der Bilanzpressekonferenz auf der Hannover Messe ein Umsatzwachstum von mehr als zehn Prozent im ersten Quartal des Jahres bekannt.

2016 erzielten die Automatisierungsspezialisten aus Detmold mit einem Jahresumsatz von 680,4 Millionen Euro ein fremdwährungsbereinigtes Ergebnis auf Vorjahrsniveau.

Für dieses Jahr rechnet Timmermann mit einem Umsatzwachstum von „mindestens fünf Prozent". Dies sei auch die Zielvorgabe für die folgenden Jahre. Auch mit den Erträgen ist Weidmüller zufrieden. Ohne konkrete Zahlen zu nennen, sprach der Vorstand von einem „vernünftigen operativen Ergebnis" trotz hoher Zukunftsinvestitionen (in 2016 allein knapp 44 Millionen Euro in die Forschung und Entwicklung). Mit steigendem Umsatz werde Weidmüller auch sein Ergebnis weiter verbessern.

„Der Start in 2016 ist allerdings schwach gewesen", bekannte Timmermann, der seit dem 1. März Vorstandssprecher und Nachfolger von Peter Köhler (58, derzeit im Aufsichtsrat) ist, auf der Hannover Messe. Spätestens im vierten Quartal aber habe sich der Wind gedreht. Positive Impulse seien insbesondere aus Asien gekommen.

Einer der bedeutendsten Wachstumsmärkte für Weidmüller sei China mit Großprojekten für Photovoltaik- und Windenergieanlagen sowie die Verkehrstechnik, so Vertriebsvorstand Jose Carlos Alvarez Tobar. Mitte 2016 habe Weidmüller Vertriebsregionen neu geordnet, was sich bereits nach kurzer Zeit positiv bemerkbar gemacht habe.

Ende 2018 soll das neue Customer & Technology Center (CTC) am Weidmüller-Stammsitz in Detmold in Betrieb gehen. Dieses bietet auf 12.000 Quadratmetern Platz für 400 Mitarbeiter. Diese sind aktuell in einem angemieteten ehemaligen Telekom-Gebäude tätig. „Kein besonders geeignetes Umfeld für Kreativität", beschreibt Timmermann seine Motivation für die 25-Millionen-Euro-Investition (ohne Grundstückskauf).

Der Standort Detmold soll als Technologiezentrum und Kompetenzzentrum für die Metall- und Oberflächenbearbeitung weiter ausgebaut werden, sagte Weidmüller-Vorstandsmitglied Elke Eckstein. Timmermann kündigte im Gespräch mit dieser Zeitung an, dass Weidmüller einen festen Standort an einer Hochschule in der Region einrichten will. Sondiert würden aktuell Möglichkeiten in Lemgo und Paderborn. In Lemgo ist Weidmüller bereits auf 300 Quadratmetern im Centrum Industrial IT (CIIT) vertreten.

Kerngeschäft von Weidmüller sind Automatisierungslösungen für den Maschinen- und Anlagenbau, aber auch bei Verbindungstechnik für die Nutzung regenerativer Energien sind die Detmolder weltweit stark vertreten. Eigene Antriebe wolle Weidmüller aber auch in Zukunft nicht bauen, sagte Timmermann.

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