Datenschützer klagen gegen Real und Post

Christine Warnecke

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Die Bielefelder Datenschützer von Digitalcourage stellt Strafanzeige gegen das Warenhaus Real und die Deutsche Post. - © picture alliance / dpa
Die Bielefelder Datenschützer von Digitalcourage stellt Strafanzeige gegen das Warenhaus Real und die Deutsche Post. (© picture alliance / dpa)

Bielefeld. Die Bielefelder Datenschutzorganisation Digitalcourage stellt Strafanzeige gegen das Warenhaus Real und die Deutsche Post wegen des Verdachts der illegalen Gesichtsanalyse von Kunden. Werbebildschirme der Unternehmen verfügen über eine Software, die das Alter und Geschlecht des Betrachters erkennt sowie die Dauer des Blickkontakts.

Die Supermarktkette und die Deutsche Post ist dabei kein Vorreiter – laut Experten nutzen etliche Unternehmen Kamerasoftware, um das Kaufverhalten der Verbraucher unbemerkt auszuwerten. 

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Keine Spionage in OWL

In OWL müssen sich die Kunden der Realmärkte keine Sorgen um versteckte Gesichtsscans an Werbebildschirmen machen. "Ostwestfalen-Lippe ist nicht von den Gesichtserkennungen per Kamera betroffen. Es wurden andere Testmärkte ausgewählt", sagt Nicole Pizzuti, Abteilungsleiterin der Unternehmenskommunikation von Real in Mönchengladbach auf LZ-Anfrage.

Die Post und Real sagen, es würden nur diese übergeordneten Daten analysiert und die Bilder an sich sofort wieder gelöscht. "Das System weiß zu keinem Zeitpunkt, wer die Person ist", so Real-Sprecherin Alja-Claire Dufhues. Es würden keine personenbezogenen Daten erhoben.

Die Technik sei mit dem ePrivacy-Siegel zertifiziert. Was mit den Daten beim Hersteller geschieht, sei öffentlich nicht bekannt, kritisiert Digitalcourage. Außerdem könnten Kunden der Beobachtung nicht widersprechen. Das sei aber für das Recht auf informationelle Selbstbestimmung nötig, so der mit der Strafanzeige beauftragte Rechtanwalt Markus Kompa. Die Kunden selbst sieht das Unternehmen Real mit dem Hinweisschild „Dieser Markt wird videoüberwacht" als ausreichend informiert.

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