Bielefeld. Von wegen gleichgeschlechtliche Ehe: Vor dem Standesbeamten werden homosexuelle Paare als „Ehefrau und Ehemann“ registriert werden müssen. Eine Panne bei der Software der deutschen Standesämter verhindere formell die Ehe von zwei Männern oder Frauen, wie es laut Gesetz zum 1. Oktober möglich sein sollte. So müsse ein Partner mit dem falschen Geschlecht gemeldet werden. Eine andere Darstellung sei in der Software der deutschen Standesämtern erst im Herbst 2018 möglich.
Die Anpassung der gängigen Software „Autista“ aller deutschen Standesämter kann nicht rechtzeitig vorgenommen werden, dass würde noch mehrere Monate dauern. In den Personenstandsregistern der Standesämter soll die gleichgeschlechtliche Ehe erst ab dem 1. November 2018 richtig erfasst werden können. Erst dann sei es möglich, die bisher zwingenden Bezeichnungen „Ehemann/Ehefrau“ anders darzustellen oder auch wegzulassen, schreiben übereinstimmende Medien. Somit muss ein Partner formal mit einem falschen Geschlecht registriert werden.
Der Softwarebetreiber, Verlag für Standesamtwesen, meldet hingegen auf seiner Homepage, dass die aktualisierte Software zum Test am 30. August ausgeliefert sei und fristgerecht in einem Monat zur Verfügung stünde. Auf Nachfragen wurde nicht reagiert.
Im Standesamt Bielefeld sei bisher noch keine Testversion eingegangen, erklärt Pressesprecherin Gisela Bockermann und fügt an: „Diese Tücke hindert allerdings nicht die Heirat von gleichgeschlechtlichen Partnern.“ Wie die Standesbeamten in einem Monat verfahren sollen, ist noch offen: „Wir warten weiterhin auf die Ausführungsbestimmungen vom Land“, sagt Bockermann.