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Das sind die Eistrends in der Region

Bielefeld. Schwarze Vanille, Zitrone-Basilikum, Skyr mit Holunder, Gurke-Minze oder doch Blutorange-Rosmarin? Die Eissaison hat begonnen und die Menschen können sich nicht über eine mangelnde Vielfalt beklagen. Hersteller zeigen Experimentierfreude, sie nehmen stärker Rücksicht auf Menschen mit Allergien wie Laktoseintoleranz und Zöliakie, und auf Menschen, die sich vegan oder halal, also nach den Regeln des Islams, ernähren möchten.

Der meist kalte März hat das Frühjahrsgeschäft der Eisdielen etwas verzögert. Doch jetzt ist der Frühling endgültig da, die Sommertemperaturen diese Woche locken die Leute nach draußen und in die Eiscafés. Die Stimmung in der Branche sei trotz des leicht verzögerten Saisonstarts gut, sagt Annalisa Carnio von der Union der Italienischen Speiseeishersteller (Uniteis). Im Gespräch mit der Neuen Westfälischen verrät sie die Eis-Trends dieses Jahres.

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Ein Trend: Frisches, Leichtes und Gesundes. Fruchteis-Sorten seien immer stärker gefragt, sagt sie. Melone, Kiwi, Waldfrucht, Pflaume, Ananas, Mango oder Mandarine – zwar sind nicht alles heimische Früchte, doch für die Hersteller sei es wichtiger geworden, Früchte aus der Umgebung zu verwenden. Weil die Konsumenten regionale Produkte schätzen, sagt Carnio. Und Vielfalt. Die Lebensmittel-Auswahl sei gewachsen. Das zeige sich auch an der Eistheke. „Eis gehört zu unserem Leben wie andere Lebensmittel“, sagt Carnio.

Dass die Nachfrage nach Fruchteis-Sorten steigt, führt auch dazu, dass das Angebot veganer Sorten zunimmt. Vegane Ernährung galt vor einigen Jahren bei vielen als Trend, der vorübergeht. Doch die Zahl der Veganer steigt laut Schätzungen weiter. Für sie finden sich inzwischen selbst Sorten mit Schokolade, wie Schoko- oder Zartbitter-Sorbet, die ganz ohne Milch und Sahne auskommen, in Eisdielen auch hier in der Region.

Leichte Zutaten, regional, vegan: Der Wunsch nach bewusster Ernährung spiegelt sich auch im Eis-Konsum wider, sagt Carnio. „Man gönnt sich etwas, aber es muss nicht unbedingt fett und süß sein.“ Auch Ergün Katak, Inhaber von Giovanni L., beobachtet, dass die Menschen beim Eis essen die gesunde Ernährung nicht vergessen. An den drei Standorten von Giovanni L. in Bielefeld finden sich daher zahlreiche Sorten mit der Auszeichnung vegan, laktosefrei oder halal.

„Wir kaufen gezielt hochwertige Rohmaterialien für unser Eis“, sagt Katak. Die Sorten wechseln täglich. Er empfiehlt zur Zeit besonders: das sizilianische Pistazien-Eis (Sieger beim Eis-World-Cup), schwarzes Vanilleeis mit mehr echtem Vanilleextrakt, und Karamell nach argentinischer Art. Die klassische Eiskugel kostet hier 1,30 Euro. „Royale“ und aufwendigere Trendsorten sind etwas teurer: 1,60 Euro.

Besonders beliebt, sagt Annalisa Carnio, sind klassische Sorten, die mit dem Hauch einer weiteren Zutat verfeinert werden. Bei De Lorenzo in der Bielefelder Altstadt sind Zitrone-Basilikum und Blutorange-Rosmarin die beliebtesten Sorten. „Wir machen viele Sorten mit Kräutern, die kommen sehr gut an“, sagt Inhaber Fabrizio de Lorenzo. Immer stärker gefragt ist laut de Lorenzo – auch hier – veganes Eis. Mehr als die Hälfte der Sorten seien vegan.

Die Kugel bei De Lorenzo kostet 1,10 Euro. Seit 1985 besteht das Eiscafé, das zu den beliebtesten in der Stadt zählt. Die Sorten, die vor 30 Jahren gefragt waren, gehen heute natürlich immer noch. „Schokolade, Vanille, Nuss und Stracciatella laufen immer“, sagt de Lorenzo. Allen Trends zum Trotz.

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