Kreis Herford. Großeinsatz für die Vlothoer Feuerwehr in den Mittagsstunden des Freitags. Bei einem Wohnungsbrand an der Bonneberger Straße hatten sich die Flammen offenbar so schnell ausgebreitet, dass für eine 81-jährige gehbehinderte Bewohnerin jede Hilfe zu spät kam. Die Ursache ist bislang unbekannt. Sachverständige der Polizei Herford ermittelten umgehend vor Ort.
Gegen 12.20 Uhr waren sämtliche Vlothoer Lösch-Züge und -Gruppen sowie die Kräfte der Feuerwehr-Leitzentrale des Kreises Herford zum Bonneberg beordert worden. Insgesamt waren 92 Helfer vor Ort.
Einsatzleiter Torsten Sievering: „Beim Eintreffen schlugen Flammen aus der Wohnung im Erdgeschoss. Vor allem im hinteren Bereich gab es eine massive Brandausbreitung. Zwei Trupps mussten zunächst umkehren, weil die Hitzeentwicklung zu immens war. Erst über den Keller konnten dann drei Trupps gegen den Brand vorgehen."
Augenzeuge des tragischen Geschehens war Nachbar Hans-Dieter Schumann. Der Vlothoer hatte sich in der Mittagsstunde zur Ruhe gelegt, da er als Busfahrer der Linie 434 Vlotho – Exter – Herford zur Frühschicht eingeteilt gewesen war. „Ein lauter Knall weckte mich. Ich bin sofort hoch und sah, wie innerhalb von zwei, drei Minuten die Flammen aus dem Wintergarten schossen. Ich war kaum draußen, da flogen mir auch schon Schiefertafeln der Außenverkleidung entgegen. Das war wie eine Feuerwalze", sagte der sichtlich mitgenommene Nachbar, der die Feuerwehr alarmierte und diese darüber informierte, dass sich in dem Haus möglicherweise eine Bewohnerin aufhält.
Kreisbrandmeister Bernd Kröger: „Die Sachlage stellte sich für uns als relativ dramatisch dar. Das hat sich dann auch bestätigt. Schnell war deutlich, dass für die vermisste Person nur wenig Hoffnung bestand." Einsatzleiter Sievering: „Wir haben alles versucht." Besonders bitter gestaltete sich der Einsatz für einige Brandbekämpfer der Löschgruppe Bonneberg, deren Gerätehaus sich schräg gegenüber des Brandhauses befindet.
Sievering: „Etliche unserer Leute werden noch not-seelsorgerisch betreut, weil sie die Verstorbene persönlich kannten. Zudem war sie früher Lehrerin der Grundschule Valdorf gewesen."
Polizeisprecher Uwe Maser: „Das Haus ist derzeit nicht mehr bewohnbar. Ein im Souterrain lebendes Paar hielt sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs nicht in dem Haus auf und ist inzwischen anderweitig untergekommen."