Vier Bundesländer wollen Corona-Isolationspflicht aufheben – so reagiert NRW

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Eine Frau sitzt während der Isolation nach einem positiven Corona-PCR-Test auf ihrem Bett. Baden-Württemberg schafft die Absonderungspflicht für Corona-Infizierte ab. - © Sebastian Gollnow/dpa
Eine Frau sitzt während der Isolation nach einem positiven Corona-PCR-Test auf ihrem Bett. Baden-Württemberg schafft die Absonderungspflicht für Corona-Infizierte ab. (© Sebastian Gollnow/dpa)

Stuttgart (dpa/fpf). Vier Bundesländer haben sich darauf verständigt, die Isolationspflicht für Corona-Infizierte abzuschaffen. Es handelt sich um Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein, wie das baden-württembergische Gesundheitsministerium in Stuttgart mitteilte. In diesen Ländern sollten "zeitnah" neue Regelungen in Kraft treten, die Details würden derzeit ausgearbeitet.

Die generelle Isolationspflicht für positiv getestete Personen soll demnach aufgehoben werden. "An deren Stelle werden die Länder angepasst verpflichtende Schutzmaßnahmen wie eine begrenzte Maskenpflicht positiv getesteter Personen sowie dringende Empfehlungen einführen", heißt es in der Mitteilung aus Stuttgart.

NRW hält sich an die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts

Als Termin für die Abschaffung der Isolationspflicht in Bayern nannte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) den 16. November. "Wir läuten eine neue Phase im Umgang mit der Pandemie ein", erklärte Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne). "Es ist Zeit, den Menschen wieder mehr Eigenverantwortung zu übertragen."

Die schwarz-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen hält eine Isolierung von infizierten Personen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nach wie vor für erforderlich. "Basis dieser Einschätzung sind die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI), das ebenfalls nach wie vor eine Isolierung empfiehlt", erklärte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage dieser Redaktion. Die Frage, wie die rechtlich unverbindlichen Empfehlungen des Robert Koch-Instituts umgesetzt werden, sei eine, "die jede Landesregierung für sich entscheiden muss".

Andere Länder als Vorbild

Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein berufen sich indes "unter anderem auf Erfahrungen aus Nachbarländern wie Österreich, wo es seit Sommer 2022 absonderungsersetzende Schutzmaßnahmen gibt". Aus diesen Ländern seien keine negativen Erkenntnisse bekannt. "Zurückgehende Infektionszahlen, eine wirksame Schutzimpfung, eine Basisimmunität innerhalb der Bevölkerung von mehr als 90 Prozent, in der Regel keine schweren Krankheitsverläufe sowie wirksame antivirale Medikamente rechtfertigen aus Sicht der Länder, diesen Schritt zeitnah zu gehen."

Der Stuttgarter Mitteilung zufolge verständigten sich die Länder auf gemeinsame Empfehlungen als Grundlage für ihre neuen Regelungen. Diese sehen etwa vor, dass positiv Getestete außerhalb ihrer eigenen Wohnung eine Maske tragen müssen – außer im Freien, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Vorgesehen ist demnach auch, dass positiv Getestete medizinische und pflegerische Einrichtungen nicht als Besucher betreten dürfen.

Lauterbach hatte Lockerungen eine Absage erteilt

Aus dem nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium hieß es, dass "während der gesamten Pandemie die auf einer wissenschaftlichen Expertise basierenden Empfehlungen des RKI, bzw. in Impffragen der Ständigen Impfkommission, handlungsleitend" gewesen seien. "Wir beobachten den Verlauf des Infektionsgeschehens nach wie vor genau und sind im ständigen Austausch mit Experten, ob und wann Regelungen angepasst werden müssen."

Die vier Bundesländer, die nun gemeinsam die Aufhebung der Isolationspflicht angekündigt haben, hatten Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) Ende September in einem gemeinsamen Schreiben aufgefordert, dafür zu sorgen, dass das RKI seine Isolationsempfehlungen für Corona-Infizierte ändert. Lauterbach hatte dies damals umgehend zurückgewiesen. Bundesjustizminister Marco Buschmann hatte aber bereits darauf hingewiesen, dass die Länder sich über die RKI-Empfehlung hinwegsetzen können.

Das RKI empfiehlt den Ländern, für Infizierte fünf Tage Isolation anzuordnen. Angeraten wird eine dringende Empfehlung, die Selbstisolation danach erst dann zu beenden, wenn ein (Selbst-)Test negativ ausfällt. Beschäftigte des Gesundheits- und Pflegewesens sollen zudem 48 Stunden vor der Testabnahme symptomfrei gewesen sein.

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