Kreis Paderborn. 40 Unfälle am frühen Morgen: Das ist die vorläufige Bilanz des Wintereinbruchs zu Wochenbeginn im Kreis Paderborn. Menschen wurden nicht verletzt, es blieb bei teils jedoch recht hohen Sachschäden. Allerdings ist der Verkehr stellenweise extrem eingeschränkt, einzelne Straßen sind derzeit gesperrt beziehungsweise nicht passierbar. Die Polizei im Kreis Paderborn warnt aufgrund des starken Schneefalls vor glatten Straßen und bittet Verkehrsteilnehmer um eine dem Wetter entsprechend angepasste Fahrweise. Die Räumfahrzeuge seien im gesamten Kreisgebiet unterwegs, durch den andauernden heftigen Schneefall bleibe die Situation jedoch angespannt. Gegen 7 Uhr vermeldete die Behörde über Facebook bereits acht Glätte bedingte Unfälle, bis gegen 10 Uhr summierte sich diese Zahl bereits auf rund 40, wie die Polizei auf NW-Anfrage mitteilte. Besonders betroffen waren zu diesem Zeitpunkt die Höhenlagen im Süden des Kreisgebietes, vor allem die Kommunen Büren, Bad Wünnenberg und Lichtenau. Die Kreisstraße 37 (Alter Hellweg) zwischen Wewer und Tudorf musste gesperrt werden, weil dort ein Bus in einen Graben gerutscht war. Verletzte waren bei diesem Unfall wie bei allen anderen auch nicht zu beklagen. Wie die Paderborner Feuerwehr berichtet, rutschte in Neuenbeken ein Pkw gegen einen Stromkasten. Dadurch kam es in den Straßen Horner Hellweg, Wiebach und In den Berggärten zu Stromausfällen. Der zuständige Netzbetreiber ging davon aus, die Versorgung der betroffenen Bereiche bis zum Mittag wieder herstellen zu können. An sämtlichen Steigungsstrecken blieben Busse und Lastwagen liegen, beispielsweise auf der B64, der K1 und der Ortsdurchfahrt Atteln. Für den übrigen Verkehr ging es an diesen Stellen nicht weiter, er kam laut Polizei zeitweise komplett zum Erliegen. Die L817 zwischen Husen und Lichtenau musste wegen eines querstehenden Tanklastzuges gesperrt werden. Überrascht und verärgert hat die Polizei Paderborn registriert, dass gleich mehrere der verunglückten Autos mit Sommerreifen unterwegs waren. "Damit darf man nicht fahren", stellt Sprecher Michael Biermann klar. Auf die Fahrer werden nun Bußgelder zukommen. Bei einem der Sommerreifen-Unfälle beläuft sich der entstandene Schaden am Auto auf mehrere Zehntausend Euro. Verspätungen im Busverkehr Der Busverkehr im Paderborner Stadtgebiet ist derzeit deutlich eingeschränkt. Das Unternehmen Padersprinter vermeldet Verspätungen und Störungen im gesamten Stadtgebiet. Teilweise werden Haltestellen nicht mehr angefahren. Besonders betroffen sind im Paderborner Stadtgebiet die Ortsteile Dahl, Wewer und Neuenbeken. "Wir versuchen möglich zu machen, was möglich ist", sagte Padersprinter-Sprecherin Lisa Niemeyer-Casey am Montagmorgen gegenüber der Redaktion. Im Zweifelsfall aber gelte: Die Sicherheit der Passagiere und Busfahrer geht vor. Wenn die Straßen glatt oder nicht geräumt oder beispielsweise ein Auto quer stehe, könnten bestimmte Haltestellen nicht bedient werden. Fahrgäste werden darüber laufend online unter www.padersprinter.de und über die Fahrplan-App informiert. Auch vom nph heißt es, dass der Wintereinbruch einiges im Fahrplan durcheinander gewirbelt habe. Besonders im Süden des Kreises Paderborn komme es zu Störungen. Fahrgäste werden gebeten, sich vor Abfahrt online oder in der App zu informieren. Winterdienst Seit 4.30 Uhr ist der Winterdienst im Kreis Paderborn im Einsatz. Zunächst wurden die Straßen gestreut, berichtet Kreissprecherin Leah Laven. Als gegen 7.30 Uhr dann der Schneefall einsetzte, seien die Straßen auch geräumt worden - insgesamt rund 330 Kilometer. Dabei werden übrigens nicht nur die Straßen, sondern auch Radwege geräumt. Mit acht Fahrzeugen ist der Bauhof auf den Kreisstraßen unterwegs, für jedes Räumfahrzeug ist jeweils ein Mitarbeiter notwendig. Gegen Mittag ist bereits die zweite Schicht im Einsatz. "Wir behalten das Wetter im Blick und je nach Lage kann der Winterdienst auch rund um die Uhr zum Einsatz kommen", erläutert Laven. Wetteraussichten Laut Wetterdiensten soll der der Schneefall bei Temperaturen um den Gefrierpunkt noch bis in den Nachmittag hinein anhalten. Obwohl die Räumfahrzeuge im gesamten Kreisgebiet unterwegs sind, bleibt die Situation durch den andauernden heftigen Schneefall laut Polizei jedoch angespannt. In Waldgebieten warnt die Polizei vor möglichen Astbrüchen; auch wenn bislang keine Fälle bekannt sind.