Bielefeld/Gütersloh. Ein Schlaganfall kommt plötzlich und stellt das Leben auf den Kopf. Allein in Deutschland erleben das jährlich 270.000 Menschen. Und das, obwohl 70 Prozent der Schlaganfälle als vermeidbar gelten, weil ein gesunder Lebensstil einen bedeutsamen Einfluss auf Risikofaktoren hat. Zum bundesweiten Tag gegen den Schlaganfall zeigt Vera Gaesing-Herbertz, dass es sich auch im Alter lohnt, seinen Lebensstil umzustellen. Die 63-jährige Bielefelderin hat ihr Körpergewicht um 48 Kilogramm reduziert und so Bluthochdruck und Diabetes wieder in den Griff bekommen. Mit Übergewicht und Bluthochdruck geht Gaesing-Herbertz viele Jahre durchs Leben. „Gestört haben mich die Krankheiten nicht, weil ich keine Schmerzen hatte.“ Doch als sie zum Beginn der Corona-Pandemie erfährt, dass sie als Risikopatientin frühzeitig geimpft werden muss, ändert sich etwas. „Ich war schockiert und habe beschlossen, mein Leben zu ändern.“ Gaesing-Herbertz stellt ihre Ernährung um, verzichtet auf Zucker, kocht frisch und zählt ihre Kalorien. „Die Umstellung hat sofort Wirkung gezeigt. Ich habe ordentlich Gewicht verloren.“ Doch die Folgen von fünf Corona-Infektionen bremsen die Bielefelderin während der Pandemie aus. „Ich konnte mich nur noch mit dem Rollator fortbewegen, auch in der Wohnung. Und dann bekam ich auch noch die Diagnose Diabetes.“ Trotzdem gibt Gaesing-Herbertz nicht auf und kämpft. 2023 ist sie wieder mobiler, jedoch noch auf Gehstützen angewiesen. „Ich habe dann gemerkt, dass ich allein nicht mehr weiterkomme, und habe mich im Fitnessstudio angemeldet.“ Bielefelderin macht sechsmal pro Woche Sport Unterstützung findet Gaesing-Herbertz bei ihrem Personaltrainer Fabian Gehring, Inhaber des Fitnessstudios „Jürmke Sports“ in Bielefeld. „Anfangs war mein Ziel, dass ich wieder ohne Hilfsmittel gehen kann. Doch heute weiß ich, dass ich viel mehr erreichen kann. Ich werde älter, fühle mich aber immer fitter.“ Die Bielefelderin ist von den schnellen Erfolgen überrascht. „Obwohl ich vorher nie Sport gemacht habe, sind Kraft- und Ausdauertraining jetzt fester Bestandteil meines Lebens an sechs Tagen pro Woche. Ich habe unglaublich Spaß dabei.“ Die Umstellung ihres Lebensstils empfindet die Bielefelderin deshalb nicht als Belastung. „Das ist mein neues Leben.“ Gehring bestätigt das. „Wer durchzieht, sieht schnell Erfolge. Die Gefahr besteht darin, dass Menschen wieder mit dem Sport aufhören, wenn sie an ihre Grenzen kommen.“ Diese Grenzen kennt auch Gaesing-Herbertz: „Es gibt immer wieder Phasen, die schwer sind, weil das Gewicht nicht mehr sinkt, doch die gehören dazu und sind nur temporär.“ Zum Erreichen der individuellen Ziele unterstützt Gehring beim Personaltraining deshalb nicht nur beim Training, sondern auch bei der Umstellung der Ernährung und der Kontrolle der gesundheitlichen Parameter. „Das lohnt sich in jedem Alter.“ Wer gesund lebt, reduziert sein Schlaganfall-Risiko Dafür wirbt auch die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. „Die Erfolgsgeschichte von Vera zeigt, wie wirksam die Umstellung auf einen gesunden Lebensstil ist“, erklärt Antonia Valentin, Präventionsexpertin bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. „Menschen wie Vera, die sich regelmäßig bewegen, gesund ernähren und ausreichend schlafen, reduzieren ihr persönliches Risiko für einen Schlaganfall, aber auch für Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erheblich.“ Eine Garantie für ein Leben ohne Schlaganfall könne ein gesunder Lebensstil nie bieten, weil Menschen Alter, Geschlecht, Gene und Umwelteinflüsse nicht beeinflussen könnten, sagt Valentin. „Doch 70 Prozent der Schlaganfälle sind auf einen ungesunden Lebensstil zurückzuführen, weshalb sich der Einsatz lohnt. Und zwar immer, unabhängig von Alter oder Vorerkrankungen.“ Kein Bluthochdruck und Diabetes mehr .responsive23-Nozqtznv6bvxJDxN-bar-stacked-vertical-durch-schlaganfall-gestorbene { width: 100%; padding-top: 100%; } @media (max-width: 600px) { .responsive23-Nozqtznv6bvxJDxN-bar-stacked-vertical-durch-schlaganfall-gestorbene { padding-top: 100%; } } @media (max-width: 360px) { .responsive23-Nozqtznv6bvxJDxN-bar-stacked-vertical-durch-schlaganfall-gestorbene { padding-top: 142.86%; } } Der größte beeinflussbare Risikofaktor für Schlaganfälle ist nach Angaben Valentins Bluthochdruck. Aber auch Bewegungsmangel, Übergewicht, Fettstoffwechselstörung, Rauchen, Vorhofflimmern, Diabetes, Stress, Alkoholkonsum sowie Arteriosklerose, eine Veränderung der Blutgefäße, erhöhten das Risiko massiv. Auch Gaesing-Herbertz litt vor der Umstellung ihres Lebensstils an Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes. „Ich habe alle drei Probleme in den Griff bekommen. Gewicht und Blutzucker sind im Normalbereich, und meine Medikamente gegen den Bluthochdruck konnte ich auf ein Minimum reduzieren.“ Das zeigt nach Angaben Valentins, dass sich niemand mit Erkrankungen wie Bluthochdruck abfinden muss. „Jeder Mensch hat die Möglichkeit, sein Leben etwas gesünder zu gestalten. Dabei führen kleine Schritte schnell zu Erfolgen, und es lohnt sich, dranzubleiben.“ Wichtig sei, dass Menschen Sport- und Ernährungsarten für sich entdecken, die Spaß machen. „Dann fällt es leichter, diese neuen Angewohnheiten in den Alltag zu integrieren.“ Homepage: Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe