Hiddenhausen/Melle/Herford. Tausende Gäste warteten in der Meller Disco Naava in der Nacht zum Sonntag, 28. September vergangenen Jahres auf das Konzert des Rappers Mozzik. Kurz darauf warten die Menschen im Freien – eine Bombedrohung macht ihren Partyabend zunichte. Eine wichtige Spur in dem Fall, in dem die Osnabrücker Polizei gerade den Telefonmitschnitt veröffentlicht hat, führt nun nach Hiddenhausen. Die Drohung läuft gegen 1 Uhr über den Notruf der Kreispolizeibehörde Herford auf deren Leitstelle auf: „Kennst du Naava Diskothek? Melle? 2.35 Uhr. Drei Bomben werden hochgehen. Tschüss!”, sagt der Anrufer, der mit einem Akzent spricht. Die Herforder Beamten informieren sofort ihre niedersächsischen Kollegen in Melle und Osnabrück. Auf Grund der Drohung entscheiden die: Das Mozzik-Konzert kann nicht stattfinden, der Tanz-Tempel muss geräumt werden. Das Sicherheitspersonal der Disco und die Polizei übernehmen die Evakuierung. Auch die Hilfsorganisationen werden aktiv. Auf dem nahen Parkplatz eines Supermarktes wird ein Evakuierungszentrum aufgebaut, ein Wärmebus ist für die jungen Leute im Einsatz. Täter war in Hiddenhauser Funkzelle eingeloggt Als das Gebäude geräumt ist, beginnt die Suche nach Sprengsätzen. Ein Suchhund durchschnüffelt die Räume der Disco und auch Beamten suchen nach einer möglichen Bombe. Gegen 5 Uhr können sie Entwarnung geben. „Erste Ermittlungen legen nahe, dass der Anrufer möglicherweise ein Gast war, der zuvor nicht in die Veranstaltung gelassen wurde“, teilte die Polizei bereits kurz nach dem Einsatz mit. Darüber hinaus gibt es eine klare Spur in den Kreis Herford, genauer nach Hiddenhausen. Der Täter hat sich mit seinem Handy über eine Funkzelle in Hiddenhausen an die Polizei gewandt. Die Polizei ermittelt nun wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. Um weitere Hinweise auf den Täter zu erhalten, wurde gerade der Telefonmitschnitt veröffentlicht. Die Stimme des Mannes ist hier zu hören. Die Hinweise nimmt die Polizei Melle unter der Telefonnummer 05422 92260 oder jede andere Polizeidienststelle, etwa die Polizei in Herford unter Telefonnummer 05221 8880, entgegen.Sollte der Täter gefasst werden, kommen auf ihn – wie auch auf die meisten anderen Drohanrufer in ähnlichen Fällen – massive Schadenersatzforderungen zu.