Warburg-Nörde/Paderborn. Wie geht es weiter mit den Ermittlungen nach dem tödlichen Jagdunfall vor eineinhalb Wochen im Wald bei Warburg-Nörde? Die Staatsanwaltschaft Paderborn erläutert die nächsten Schritte, zu denen das Gutachten gehört, das Staatsanwältin Kathrin Lohmeier am Mittwoch in Auftrag gegeben hat. Das bestätigt sie im Gespräch mit der NW und nennt inhaltliche Punkte dazu. Denn auch wenn sie schätzt, dass eher Monate statt Wochen bis zu einem endgültigen Ergebnis der Ermittlungen vergehen werden: Zu einer vernünftigen Ermittlung im Sinne der Rechstaatlichkeit gehörten auch die Sachverständigen. Auf deren Faktenbasis folge eine rechtliche Prüfung – das sei man dem Opfer und dem Schützen schuldig. „Denn hier leiden gerade zwei Familien.“ Nun also ein Gutachten: Das ist an die Gutachterstelle beim Deva-Institut in Altenbeken gegangen. Dort solle nicht nur das technische Equipment untersucht werden. „Vermutlich erforderlich“ werde auch ein Nachstellen der Situation vor Ort am späten Freitagabend des 9. Januar kurz nach 20.30 Uhr in dem Revier bei Nörde. Noch sind viele Fragen zu den tödlichen Schüssen offen „Wie waren die Sichtverhältnisse? War die Kugel ein Abpraller? War das Sichtfeld frei? Welche Einstellungen hatten die Hilfsmittel bei der Jagd? Hätte man darin erkennen können, ob der Schuss auf einem Menschen abgefeuert wird?“ Sie nennt einige der Fragen, die nun genau überprüft und gutachterlich festgehalten werden sollen. Wenn die Faktenbasis dann da sei, dann erfolge von der Staatsanwaltschaft die rechtliche Prüfung. Der tödliche Jagdunfall, bei dem ein 23-Jähriger aus Paderborn von einem 22-Jährigen aus Hannover tödlich getroffen worden war, hatte große Bestürzung ausgelöst. Der 22-Jährige war mit zwei Begleitern auf dem einen, der getroffene 23-Jährige allein auf einem anderen Hochsitz. Trotz der Reanimationsversuche durch den Notarzt starb der Paderborner noch im Wald.