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OSTWESTFALEN-LIPPE

Warnstreiks in OWL für Mittwoch angekündigt

Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst

Neue Warnstreiks 

für OWL angekündigt - © OWL
Neue Warnstreiks für OWL angekündigt (© OWL)

Bielefeld. Im öffentlichen Nahverkehr und anderen kommunalen Betrieben in Nordrhein-Westfalen kommt es nächste Woche Mittwoch, 21. März, erneut zu massiven Warnstreiks. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi rief ihre Mitglieder in vielen Bereichen des öffentlichen Dienstes zu Arbeitsniederlegungen auf. Auch in OWL soll es wieder Einschränkungen geben.

Schwerpunkt sei wieder der kommunale Personennahverkehr mit einem ganztägigen Warnstreik. Dort werde der Verkehr in den Ballungsgebieten Köln, Düsseldorf und dem Ruhrgebiet weitgehend zum Erliegen kommen, hieß es. Betroffen seien außerdem städtische Kitas, die Müllabfuhr, Sparkassen sowie kommunale Krankenhäuser und Altenheime.

Zentrale Kundgebung in Bielefeld

Bielefeld gehört neben Duisburg, Dortmund und Köln zu den Orten, an denen die zentralen Warnstreikaktionen stattfinden sollen. Martina Kranke, Verdi-Bezirksvorsitzende für den Bereich Bielefeld-Paderborn, zu dem auch Warburg und Höxter gehören, erwartet etwa 6.500 Streikende aus ganz OWL. Die Kundgebung beginnt um 11 Uhr auf dem Rathausvorplatz am Niederwall. Als Hauptreferentin wird Gabriele Schmidt, Landesleiterin von Verdi-NRW, erwartet.
Auch vor dem Klinikum in Gütersloh gab es beim ersten Warnstreik eine Kundgebung. - © ARCHIVFOTO: VORNBÄUMEN
Auch vor dem Klinikum in Gütersloh gab es beim ersten Warnstreik eine Kundgebung. (© ARCHIVFOTO: VORNBÄUMEN)

Teilnehmen sollen Beschäftigte aus vielen Bereichen des öffentlichen Dienstes. Darunter sind Mitarbeiter der Sparkassen, Krankenhäuser, Stadtverwaltungen, Arbeitsvermittlungen, des Nahverkehrs, der Stadtwerke, dem Studentenwerk, des Landesbetriebes Straßen NRW, der Umweltbetriebe, des Bundesamtes für Migration, des Hauptzollamtes und der Kindertagesstättem. Auch Beamte von Telekom und Postdiensten sollen laut Kranke kommen.

Bei den Kitas, so Martina Kranke, wird es am Mittwoch zu Beeinträchtigungen kommen. In Gütersloh werden die unter den Tarifvertrag fallenden Fahrer des öffentlichen Personennahverkehrs ihren Dienst nicht aufnehmen.

In Bielefeld wird es durch die Demonstration und die Sperrung des Niederwalls für die Kundgebung ebenfalls zu Beeinträchtigungen kommen. Zusätzlich werden die Fahrer von Mobiel von 11 bis 11.15 Uhr auf den Strecken stehen bleiben, Fahrkartenkontrolleure sowie Mitarbeiter in Servicestellen und Werkstätten werden laut Kranke ganztägig streiken. Verdi hat mit den beteiligten Kliniken Gütersloh und Bielefeld Notdienstvereinbarungen getroffen.

Aufruf in Herford, Minden und Lippe

Auch die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes im Verdi-Bezirk Herford-Minden-Lippe sind am Mittwoch zum Warnstreik aufgerufen. Das Angebot von 3,3 Prozent Lohnsteigerung für 24 Monate sei "angesichts des Nachholbedarfs der Beschäftigten im öffentlichen Dienst ein Hohn", sagte Hermann Janßen, Verdi-Bezirksgeschäftsführer im Bezirk Herford-Minden-Lippe.

Aufgerufen sind in diesem Bezirk unter anderem Mitarbeiter von Krankenhäusern, Seniorenheimen, Wirtschaftsbetrieben und Sparkassen. Janßen rechnet mit bis zu 2.000 Teilnehmern. Treffpunkte für die Auftaktveranstaltungen sind die Kreisverwaltung Minden-Lübbecke und der Schützenhof in Herford. Gemeinsam fahren die Teilnehmer zur zentralen Kundgebung in Bielefeld.

Weitere Kundgebungen in NRW

"Die Trickserei der Arbeitgeber, die uns 1,77 Prozent pro Jahr als 3,3 Prozent unterschieben wollen, ist unerträglich", sagte der stellvertretende Verdi-Landesvorsitzende, Uli Dettmann. Die Beschäftigen müssten deshalb die "Warnstufe zwei zünden" und die Streiks ausweiten. Verdi kündigte für den Mittwoch außerdem regionale Kundgebungen in Köln, Dortmund und Duisburg mit mehreren  zehntausend Teilnehmern an. In Köln werde Verdi-Chef Frank Bsirske zu den Demonstranten sprechen.

Am ersten Warnstreik vor gut einer Woche hatten sich nach Gewerkschaftsangaben rund 55.000 Beschäftigte in NRW beteiligt. Etwa 577.000 Menschen sind in dem Bundesland vom Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst betroffen.

Für die rund zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen insgesamt fordert Verdi Einkommensverbesserungen von 6,5 Prozent. Außerdem sollen Ausgebildete unbefristet übernommen und die Ausbildungsvergütung angehoben werden.

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