Bad Oeynhausen (PeSt). Wenn Rudolf Ehret aus Bad Oeynhausen (Kreis Minden-Lübbecke) nicht genau einen Moment vorher sein Mittagessen beendet hätte, dann wären ihm am Samstag gegen 11.30 Uhr vor Schreck bestimmt Messer und Gabel aus den Händen gefallen. "Es hat ganz laut geknallt", sagte der 84-Jährige, der sofort aus dem Haus lief und sich die Bescherung anschaute. Vermutlich wegen eines Fahrfehlers war ein Kleinlaster in das Gebäude oberhalb der Serpentinen an der Detmolder Straße gekracht. Exakt an der Stelle, an der ein an dem Masten einer Straßenlaterne montiertes Verkehrsschild vor Straßenglätte und Rutschgefahr warnt.
Für Ehret, zu diesem Zeitpunkt allein im Haus, war es nicht der erste Attacke. "Vorher sind schon zwei Personenwagen auf mein Gelände gerast. Bislang blieben sie aber immer am Zaun hängen. Dieses Geschoss traf die Außenmauer." Der Rentner entsetzt: "Da sind die Bilder von den Wänden gefallen."
Die beiden Insassen des Fahrzeugs verletzten sich bei diesem Verkehrsunfall leicht. Nach Angaben der Polizei war der 26-jährige Löhner mit seinem VW in einer Rechtskurve nach links von der Fahrbahn abgekommen. Zunächst war der Kleintransporter gegen die Straßenlaterne und anschließend gegen die Hauswand geprallt. Die Ermittlungen zur Unfallursache dauern an. Den Gesamtschaden schätzt die Polizei auf mindestens 10.000 Euro.
Für den Rentner ein außergewöhnliches Ereignis. Denn in diesem Fall war der Störenfried nicht von der Lohe und somit abwärts, sondern die Detmolder Straße bergauf gefahren. "Möglich, dass der Fahrer auf den Bordstein gekommen ist und dann das Lenkrad verrissen hat", so ein Anwohner.
Rudolf Ehret musste nach dem Vorfall zunächst auf einen Statiker warten, doch der gab am Nachmittag Entwarnung. Der 84-Jährige darf weiter in seinem Haus wohnen bleiben.