Bielefeld (dpa). Der mit 20.000 Euro dotierte Regine-Hildebrandt-Preis ist am Freitag in Bielefeld an Ulrich Schneider verliehen worden, den Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes/Gesamtverband. Schneider habe sich zum Sprachrohr der von Armut und Arbeitslosigkeit Betroffenen gemacht, teilte die Bielefelder Stiftung Solidarität mit, die den Preis seit 1997 vergibt.
Mit den alle zwei Jahre erscheinenden Armutsberichten habe sich der Verband unter Schneiders Leitung zu "einem Gradmesser des sozialen Bestandes" in Deutschland entwickelt.
Schneider warnte vor einer Verschärfung der sozialen Lage.
"Deutschland geht seit Jahren den Weg der kalten Ausgrenzung statt der Integration der Schwächsten", sagte Schneider der Nachrichtenagentur dpa. Die Politik zerstöre den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft.
Die Auszeichnung erinnert an die frühere brandenburgische Sozialministerin und SPD-Politikerin Regine Hildebrandt (1941-2001).
Frühere Preisträger waren etwa die Politiker Heiner Geißler und Hans-Jochen Vogel.