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OWL

Bis 2030: OWL-Einwohnerzahl schrumpft stark

Bertelsmann-Stiftung fordert Lebensraum für Familien

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Bielefeld (bth). Bis zum Jahr 2030 wird Ostwestfalen-Lippe 5,4 Prozent seiner Einwohner verlieren, das hat das Statistische Landesamt IT NRW in Düsseldorf berechnet. Demnach werden 2030 rund 2,03 Millionen Menschen in der Region leben - 109.400 weniger als 2011. Damit sinkt die Bevölkerung in Ostwestfalen-Lippe deutlich stärker als im gesamten Bundesland NRW, für das ein Rückgang von 3,7 Prozent prognostiziert wird. 

Die große Ausnahme in der Statistik bildet die Stadt Münster. Dort werden im Jahr 2030 knapp 17 Prozent mehr Bürger leben. Dieser Zuwachs ist sowohl in Westfalen als auch landesweit spitze. Mit 326.900 Einwohnern überholt Münster dann auch Bielefeld (317.200).

Die Integration der älteren Bevölkerung spielt laut IT NRW eine zentrale Rolle: "Es gab noch nie so fitte, gebildete und materiell unabhängige Senioren wie heute. Diese Menschen müssen bei kommunalen Diskussionen, Planungen und Entscheidungen mit eingebunden werden", heißt es. In OWL wird laut der neuen Statistik die Zahl der 40- bis 65-Jährigen bis 2030 um 26,8 Prozent und die der über 80-Jährigen um 35,1 Prozent zunehmen.

Die Gütersloher Bertelsmann-Stiftung hat für den gleichen Zeitraum einen Bevölkerungsrückgang in NRW um 5,3 Prozent prognostiziert. "Darin liegt auch eine Chance", sagt Julia Vollmer, Demographie-Expertin der Stiftung. Die Entwicklung sei ein Anlass, Dinge zu ändern. Wichtig sei es, "Lebensraum für junge Familien zu schaffen", und dies für alle Einkommensgruppen. Auch bei der Weiterentwicklung von Strukturen wie der Schullandschaft müsse es eine Zusammenarbeit der Kommunen geben, so Vollmer.

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