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GÜTERSLOH

Liz Mohn schenkt Gütersloh einen Lavendelgarten

Symbol der Verbundenheit mit der Stadt

Gütersloh. Der Volksmund sagt, Lavendelsträucher halten das Böse fern und ziehen das Gute an. Lavendel im Brautstrauß bedeutet Zuversicht, Lavendel zwischen den Bettlaken soll verhindern, dass die Paare sich streiten. Ob’s stimmt – wer weiß das schon. Aber dass die violette, wohlriechende Pflanze Freude und Harmonie zu verbreiten mag, zeigte sich im Botanischen Garten in Gütersloh.

Es gab auch Anlass dazu. Liz Mohn, Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann-Stiftung, überreichte der Stadt am Freitag offiziell ihr Geschenk – einen blühenden Lavendelgarten. 475 Lavendelpflanzen, verteilt auf 14 rechteckige Felder und 785 Quadratmetern. Ein Geschenk, das sich die Stadt schon lange gewünscht hatte, das sie sich aber nach den Worten von Bürgermeisterin Maria Unger aus eigener Kraft in absehbarer Zeit kaum hätte leisten können. "Wir sind glücklich, dankbar und entzückt über dieses wunderbare Präsent, das nun den Bürgern dieser Stadt zugute kommt", sagte Unger. Sie betrachte den Lavendelgarten auch als Symbol der Verbundenheit mit der Stadt, in der Liz Mohn lebe. Dass dieses Geschenk just am 29. Juni übergeben wurde, dem Geburtstag Reinhard Mohns, mache die Symbolik umso deutlicher.

"Der Botanische Garten hat mich schon immer fasziniert", sagte Liz Mohn. Früher sei sie oft von zuhause bis zum Botanischen und zurück gejoggt, sechs Kilometer. Sie sei naturverbunden, eine Gartenliebhaberin und habe sich aus dem Botanischen schon häufig Anregungen für ihren eigenen Garten geholt. Sie hoffe, dass die Lavendelbeete zu einem weiteren Treffpunkt in dem wunderschönen Gütersloher Botanischen Garten würden. "Der Lavendel bringt den Duft der Provence und des Sommers nach Gütersloh – und daran sollten wir uns alle erfreuen". Auch zuhause habe sie ihren Gärtner einige Lavendelsorten pflanzen lassen, sagte Mohn, und nahm sich anschließend die Zeit, sich von Bernd Winkler, dem Leiter des städtischen Fachbereiches Grünflächen, ausführlich durch die Anlagen führen zu lassen.

Violett, wohin man sieht

Im Grunde hat Mohn den Garten nur weitergereicht. Sie hatte das außergewöhnliche Präsent im vergangenen Jahr zum 70. Geburtstag ihrerseits von ihren Mitarbeitern geschenkt bekommen.

Für die Stadt hätte der Zeitpunkt kaum passender sein können. In den Wintermonaten angelegt, steht der Garten nun, kurz vor den Feiern zum 100-jährigen Bestehen des Botanischen Gartens, in voller Blüte – violett, wohin man sieht. Zwar wird es nach Aussagen der Stadtgärtner noch zwei Jahre dauern, bis der Lavendel (Sorte "Hidcote Blue") seine volle Höhe von 50 bis 60 Zentimetern erreicht hat, doch schon jetzt vermitteln die Beete südfranzösisches Flair und reichlich Aroma. Schön auch die Sichtachse zum Glas des Palmenhauscafés, das nun von beiden Seiten zugänglich und damit besser an Bad- und Parkstraße angebunden ist.

Getragen von dem sonnigen Vormittag, fühlten sich sich Bürgermeisterin Unger und Bertelsmann-Matriarchin Mohn zu vielen warmen Worten verleitet. Unger sagte, der neue Garten stehe für Frieden und Optimismus, und sie gab den Bürgern für künftige Spaziergänge eine Empfehlung mit auf den Weg: "Tief einatmen und an südliche Sommertage denken: Der Lavendelgarten hinter dem Palmenhauscafé inspiriert zum Urlaub vom Alltag."

Mohn hielt es eher mit einer alten chinesischen Volksweisheit: "Willst du aber ein Leben lang glücklich sein, so schaffe dir einen Garten."

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