Bielefeld. Viele hundert Kunden standen Dienstagmorgen verdutzt vor Karstadt. Das Warenhaus war hell erleuchtet, Mitarbeiter waren zu sehen, aber die Türen waren verschlossen. "Wegen einer technischen Störung", stand auf Schildern zu lesen. Erst um 13.15 Uhr öffneten sich die Türen - und löste sich das Rätselraten über die überraschende zeitweise Schließung.
Die Ursache lag am Abend zuvor, als gegen 18.15 Uhr zwei Brandmelder im 2. Untergeschoss anschlugen. Mitarbeiter in den Technikräumen im Keller hatten Brandgeruch bemerkt. In einem Stromverteiler schmorte und brannte es. Die alarmierte Feuerwehr rückte mit vier Fahrzeugen und 14 Mann an. Als sie eintraf, hatten die Mitarbeiter das Feuer weitgehend schon gelöscht. "Wir haben nur noch einmal den CO2-Löscher drauf gehalten", so Feuerwehramtsleiter Rainer Kleibrink: "Nach 20 Minuten war das Feuer aus, um 19.40 Uhr der Einsatz beendet." Auch Nachmessungen ergaben keine erhöhten Schadstoffwerte.
Weil in den Verkaufsräumen vom Brand nichts zu bemerken gewesen sei und keine Gefahr für Menschen bestanden habe, blieb das Warenhaus am Abend wie üblich bis 20 Uhr geöffnet, so Michael Niemeyer, Leiter der Filialorganisation. Es stellte sich aber heraus, dass das Feuer die Sicherheitsbeleuchtung lahmgelegt hatte. "Deshalb mussten wir zur Sicherheit das Geschäft am Morgen geschlossen halten", erklärte Niemeyer.
Lösung des Problems absehbar
Erst als die Beleuchtung über ein Notstromaggregat wieder lief, habe man mittags die Kunden einlassen können. Die Mitarbeiter schickte Karstadt nicht nach Hause, weil die Lösung des Problems absehbar gewesen sei, so Niemeyer. Damit sie bei Ausfall des Hauptlichts gerüstet waren, erhielten sie Taschenlampen, um notfalls im Dunkeln nach draußen zu finden.
Brandursache und Schadenshöhe seien noch nicht geklärt, sagte Niemeyer. Ein Gutachter sei eingeschaltet. Die außen liegende Bäckerei sowie die Apotheke in dem Hauskomplex hatten wie gewohnt geöffnet. Die Mitarbeiter mussten allerdings viele Fragen von ratlosen Kunden beantworten.