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Gauselmann-Berater soll verdeckt an FDP gespendet haben

Gauselmann-Berater soll verdeckt an FDP gespendet haben - © ESPELKAMP
Gauselmann-Berater soll verdeckt an FDP gespendet haben (© ESPELKAMP)

Espelkamp. Der Unternehmer Paul Gauselmann macht keinen Hehl daraus, dass er Parteien mit Spenden unterstützt. Einer seiner Berater soll aber übers Ziel hinausgeschossen sein.

Ein Multimillionär darf schon mal spendabel sein. Der Spielhallenkönig Paul Gauselmann aus Espelkamp ist das immer gewesen. Er hat meist auch kein Hehl daraus gemacht. Als Anfang 2011 Gerüchte die Runde machten, wonach Gauselmann die gesamte politische Landschaft pflege, da tat der Senior kurzerhand öffentlich kund, seine leitenden Manager hätten in den letzten zwei Jahrzehnten etwa eine Million Euro an Union, SPD, FDP und Grüne gespendet. Dagegen sei nichts einzuwenden, sagte Gauselmann, was die Staatsanwaltschaft alsbald bestätigte.

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Paul Gauselmann (© FOTO: SPREEN-LEDEBUR)

Vor wenigen Wochen wurde publik, dass Gauselmann mit 26.000 Euro auch Projekte im Wahlkreis des CSU-Abgeordneten und für das Glücksspiel mit zuständigen Finanzstaatssekretärs Hartmut Koschyk unterstützte.

Vielleicht hat die FDP aber von seinem Imperium besonders profitiert. Über den "Verdacht einer verdeckten Spende" wird nach eigenen Angaben heute das ARD-Magazin "Monitor" berichten. Ein Gauselmann-Berater, der auch Finanzvorstand der gleichnamigen Stiftung ist, habe offenbar 2,5 Millionen Euro in Tochterunternehmen der FDP investiert, wobei zumindest ein Teil des Geldes letztlich an die Partei geflossen sei, heißt es in einer Vorabmitteilung des Magazins.

Der Gauselmann-Berater soll 2007 Anteile einer FDP-Druckerei übernommen und dort 1,1 Millionen Euro investiert haben. Wirtschaftsexperten würden den Sinn der Investition bezweifeln, da die Rendite der Beteiligung, gemessen an den veröffentlichten Gewinnen der Gesellschaft, weit unter einem Prozent liege. Die FDP-Druckerei habe nach dem Einstieg des Beraters ihre Firmengelände und -gebäude, die zuvor der Bundespartei gehörten, erworben. Der Kaufpreis sei mit einer Million Euro aber doppelt so hoch wie der Wert gewesen.

Weder Gauselmann noch sein Berater hätten sich auf "Monitor"-Anfrage äußern wollen. Die FDP habe mitgeteilt, man halte sich "strikt an das Parteienrecht".

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