Bielefeld. Einzelne Radfahrer lassen sich von Bauarbeitern und Baggern nicht aufhalten. Die Erwartungen an die neue A33 sind groß. Im Dezember soll die neue, 6,4 Kilometer lange Stadt-Zufahrt von der A 2 aus freigegeben werden, bestätigte gestern Angela Gareis vom Verkehrsministerium in Düsseldorf. Das genaue Datum stehe aber noch nicht fest. Auf der Großbaustelle ist noch so manches Loch zu stopfen.
Beim Blick von den Brücken im Süden fragen sich Beobachter, warum es nicht längst losgeht. Die Fahrbahnen sind fertig, die weiße Markierung ist gezogen und die ersten großen Hinweisschilder hängen. "Bielefeld-Senne" an der Buschkampstraße und "Bielefeld-Zentrum" am Ostwestfalendamm, der um 1,7 Kilometer bis zur A33 verlängert wird, heißen die neuen Ab- und Auffahrten.
Eingebaut sind jetzt auch die Beton-Gleitwände in der Mitte, die mehr Sicherheit geben sollen als Leitplanken. Auf 4,5 Kilometern Länge sind Lärmschutzwälle aufgehäuft, auf fast der Hälfte der Strecke noch um Lärmschutzwände erhöht, um die anliegenden Siedlungen zu schützen. Sperrzäune sollen Wild und Fledermäuse von der Autobahn fernhalten. Acht große Schilder-Brücken und 16 "Ausleger" sind aufgestellt – für die blauen Wegweiser. Auf dem OWD geht es gelb weiter, weil er Bundesstraße (B 61) ist.
Das Aufhängen der restlichen Schilder ist eine der vielen Restarbeiten, die noch zu leisten sind. "Eine Summe von Kleinigkeiten, die aufhält", sagt Sven Johanning vom Landesbetrieb "Straßen.NRW". Am Autobahnkreuz Bielefeld füllt derzeit ein Seitenraumfertiger mit kleinem Förderband Sand zwischen die Beton-Gleitwände. Darauf kommen Granulat und Matten, damit etwas Grün wachsen kann. "Aber nicht so doll, damit die Unterhaltung gering bleibt", so Johanning. In Senne und an der OWD-Verlängerung sind noch Lücken in den Lärmschutzwänden. Kräne heben graue Zwischenstücke ein, die die rote Wandfront auflockern sollen.
Offen sind auch noch mehrere Überfahrten zwischen den Fahrtrichtungen, die später mal, etwa bei Baustellen, geöffnet werden können. Auf der OWD-Verlängerung haben Bauarbeiter begonnen, Löcher in die Überfahrt zu bohren, um das herausnehmbare Schutzplankensystem einbauen zu können. Auch die Notfallsäulen, die hinter den Gleitwänden versteckt platziert werden, müssen noch aufgestellt und die Markierungen nachgezogen und verstärkt werden.
Am OWD-Abzweig ist das Kleeblatt als Trasse zwar fast ganz ausgebaut. Doch nur die Kreis-Abfahrt vom OWD auf die A33 Richtung Süden und die Tangente von der A33 Richtung Bielefeld-Zentrum werden fertig asphaltiert. Der OWD-Abzweig bildet zwar ein Kleeblatt wie ein Autobahnkreuz, doch er wird nur Anschlussstelle genannt, weil hier eine Bundesstraße kreuzt. Die ersten beiden Bauwerke für den nächsten A-33-Abschnitt sind schon zu sehen: Die Überführung über den Tüterbach und die Brücke über die Gütersloher Straße.
Der Bau des 6,4 Kilometer langen A-33-Abschnitts koste rund 109 Millionen Euro, so Johanning, die Verlängerung des OWD rund 13 Millionen Euro.
In Spitzen "knibbelig"
2020 sollen 57.000 Autos über die A 33 rollen, schätzen die Planer – wenn sie bis Osnabrück fertig wäre. Doch das ist ungewiss. Selbst für den nächsten Abschnitt bis Steinhagen, für den erste Brücken stehen, fehlt ein Zeitplan. Anfangs wird viel weniger Verkehr auf der A 33 erwartet: 24.000 Autos am Tag.Umständlich wird der Weg von der Gütersloher Straße zur A 33, obwohl sie fast direkt daran vorbeiführt. Erst gehts rechts auf den Südring, dann links auf die Auffahrt zum OWD, der dann zur A 33 führt. Eine neue Spur und eine Ampel sollen auf dem Südring das Linksabbiegen erleichtern. Doch in Spitzen könnte es "etwas knibbelig" werden, räumt Sven Johanning von "Straßen.NRW" ein. Die Zufahrt sei mit Blick auf die fertige A 33 angelegt: "Da ist das Verkehrskonzept ein anderes." Eine provisorische Spur von der Gütersloher Straße zur A 33 sei kein Thema. Tüterbach-Überbau und Höhendifferenz wären Barrieren.