Berlin. Eine dynamische Hochschullandschaft, eine engagierte Bürgergesellschaft, ein innovativer Mittelstand – in Westfalen kommt viel Positives zusammen. Bielefeld spielt da eine zentrale Rolle.
Die Westfalen sind von Natur aus zurückhaltend. Die Einstellung "Ach sach mal nix" spiegele treffend westfälische Lebensart wider: So sieht es zumindest das münsterländische Kabarett "Die Bullemänner". Ihrer Ansicht nach " klebt der Blues wie Lehm an der Schuhsohle des Westfalen". Doch der bodenständige Westfale hat gleichzeitig viel Substanz zu bieten. Das untermauerte eine akademische Leistungsschau in der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen in Berlin.
Eingeladen hatten die Stiftung und der Verein Westfalen-Initiative. Einzigartige Projekte aus dem Raum zwischen Dortmund und Lippe wurden präsentiert. "Westfalen hat eine pulsierende Wirtschaft mit vielen Weltmarktführern und eine dichte Hochschullandschaft und allen Grund stolz zu sein"sagte Wolfgang Hölker, Vorsitzender der Stiftung Westfalen-Initiative. Die Stiftung hat es sich zum Ziel gemacht, die Identität der Region zu stärken und sie zu einem wichtigen Akteur im Reigen der europäischen Regionen zu machen. Selbstbewusst präsentierte Hans-Rudolf Holtkamp, Geschäftsführer der Bielefeld Marketing GmbH das Projekt "GENIALE– Science Festival Bielefeld".
Bedeutung des "Spitzenclusters"
Im Jahr 2011 hätten mehr als 450 Wissenschaftler und 50.000 Besucher daran teilgenommen. Damit begeistere man nicht nur Familien für Wissenschaft sondern animiere auch Forscher zu ganz neuen Wegen der Kommunikation mit der Stadtgesellschaft. Den Gedanken, die gesamte Stadt zum Uni-Campus zu machen, werde sich 2014 bei der 800-Jahr-Feier Bielefelds ebenfalls wiederfinden, versprach Holtkamp. Gemeinsam mit Herbert Weber von der OWL GmbH verwies Holtkamp auch auf den "Spitzencluster", der Ostwestfalen-Lippe bundesweit nach vorne katapultiert hat, was die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft angeht.Wie sich Hochschulen erfolgreich im Umland verankern, demonstrierte auch das Projekt "Expedition Münsterland" der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Da werden Studierende auf die Dörfer rund um Münster geschickt, die dort erstaunliche Funde machen. Das reicht von Meteoriteneinschlägen aus der Jungsteinzeit bis zur Entdeckung eines rätselhaften Lazarett-Friedhofs aus dem ersten Weltkrieg. Keine Frage, Westfalen ist eine Region in Bewegung - auch wenn die Menschen das nicht gleich jedem auf die Nase binden.