Bad Oeynhausen. Wenn Privatdozent Dr. Olaf Oldenburg das kleine Gerät in Händen hält, gerät er ins Schwärmen. Viel kleiner und leichter findet er es – vor allem aber bescheinigt er ihm "Intelligenz". Weil die Pumpe lernfähig ist und sich daher ganz individuellen Patientenbedürfnissen anpasst.
Der Privatdozent ist Oberarzt in der Kardiologischen Klinik unter der Leitung von Prof. Dr. Dieter Horstkotte und leitet das Schlaflabor im Herz- und Diabeteszentrum NRW: "Krankes Herz und schlechter Schlaf hängen eng zusammen".
Viele Schnarcher haben hohen Blutdruck und ein erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden – weil ihre Atemwege blockiert werden. "Dann wird jeder Atemzug zur Anstrengung", beschreibt Oldenburg den krankmachenden Stressfaktor.
Besonders gefährdet sind Patienten mit Herzschwäche. Auch bei ihnen wechseln Anzahl und Tiefe der Atemzüge, kommt es zu wiederkehrenden Atempausen. "Die haben zwar oft freie Atemwege, brauchen aber einen Befehl zum regelmäßige Luftholen", umreißt Oldenburg die Besonderheit der so genannten "Cheyne-Stokes-Atmung".
"Ich bin eben wieder ausgeschlafen"
"Man ist müde, schlapp und unkonzentriert", beschreibt Horst Eickert die im Alltag spürbaren Folgen nächtlicher Atemstörungen. Der 79-jährige Bad Oeynhausener hat zwei Herzinfarkte und einen Schlaganfall überstanden, fühlt sich jetzt aber – dank der Versorgung mit dem neuen Atemtherapiegerät – wieder rundum fit: "Ich bin eben wieder ausgeschlafen".
Eickert kann die Vorzüge der neuen Technik gut einschätzen, schließlich sammelt er schon seit 1999 Erfahrungen. "Das erste Gerät war so laut, dass mein Frau aus dem Schlafzimmer ausgezogen ist", erinnert er sich. Auch ihn selbst habe das ständige lautstarke Zischen des Gerätes so gestört, dass er Pumpe samt Atemmaske schnell "in die Ecke geschmissen habe". Auch die beiden Nachfolgemodelle seien wenig besser gewesen: "Da war das Schnarchen leichter zu ertragen".
Um so größer nun seine Freude über das neue Gerät: "Absolut lautlos", findet er es, weiß sich mit seiner Gattin einig. Nur die Maske, die er auf Nase und Mund setzen muss, hält er noch für verbesserungsbedürftig: "Die ist zu klobig und fängt an zu flattern, wenn man sie nicht ganz sorgfältig pflegt."
Software reagiert mit richtiger Luftdosierung
"Aber ohne Maske gehts nicht", betont Oldenburg. Denn auch "pace Wave", wie das neue Gerät heißt, braucht diese Unterstützung. Über die Atemmaske analysiert es die Anzahl und den Grad der Atemzüge und führt dann über einen Filter das notwendige Maß an Raumluft zu. "Eine spezielle Software kann exakt ermitteln, wie weit die Atemwege zufallen und unmittelbar darauf mit der richtig angepassten Luftdosierung reagieren", beschreibt Oldenburg die ausgefeilte Medizintechnik.
"Damit können insbesondere herzschwache Patienten besser schlafen", ist Oldenburg sicher. Eine Konsequenz, die nicht nur die Lebensqualität erhöht, sondern auch medizinisch sinnvoll ist. Oldenburg: "Die Therapie mit dem neuen Gerät kann die Herzfunktion verbessern und bei regelmäßiger Anwendung lebensverlängernd wirken." Das sehen die Krankenkassen genauso. Sie übernehmen die Kosten für die intelligente Pumpe.