Bielefeld (sap). Bemühungen, ausländische Mitbürger besser zu integrieren, gibt es in Ostwestfalen-Lippe viele – und sie fruchten. Das zeigt eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung. Besonders positive Entwicklungen gibt es im Bereich Bildungsabschlüsse.
Unter den Migranten steigt Zahl der Abiturienten, gibt es weniger Schulabbrecher, sinken die Arbeitslosenzahlen. "In fast allen Bereichen gibt es Fortschritte, die besser sind als der Landesdurchschnitt", sagt Claudia Walther von der Bertelsmann Stiftung. Anteil an der Entwicklung hätten besonders die OWL-Integrationskongresse sowie die zahlreichen Einrichtungen in den Kommunen, wie etwa Bildungsbüros. Sorge bereitet dagegen der Anstieg der Kinderarmut.
Der positive Trend, der laut Walther auch ein bundesweiter ist, zeigt sich besonders beim Anteil der Abiturienten an den ausländischen Schulabgängern (siehe Tabelle). Mit großem Abstand liegt hier der Kreis Herford an der Spitze. Dort schloss 2010 nahezu jeder fünfte ausländische Schulabgänger mit der Hochschulreife ab (21 Prozent). 2005 waren es nur 9,6 Prozent.
Bei den Zahlen der Schulabbrecher schneidet OWL nur teilweise besser ab als der Landesdurchschnitt. Die geringste Schulabbrecherquote verzeichnete 2010 der Kreis Höxter mit 8,9 Prozent (2005: 12,8). In Bielefeld ging der Anteil von ausländischen Schulabbrechern im selben Zeitraum von 15,6 auf 10,0 Prozent zurück.
Fast überall rückläufig ist auch die Arbeitslosigkeit der Migranten. Die Quote sank zwischen 2005 und 2010 in fünf von sechs Kreisen und in Bielefeld. Am niedrigsten ist sie im Kreis Höxter (von 6,9 auf 6 Prozent).
Anlass zur Sorge, so Walther, gibt der flächendeckende Anstieg der Kinderarmut. In allen OWL-Kreisen stieg zwischen 2005 und 2006 der Anteil ausländischer Kinder, die in Familien leben, die Sozialleistungen erhalten. Besonders hoch ist er in Bielefeld (63 Prozent; 2005: 47,3).
Für die Studie "Integration in OWL" wertet die Bertelsmann Stiftung jährlich die neuesten Daten bei www.wegweiser-kommune.de aus. Die Datenbank sammelt Kennzahlen für alle deutschen Kommunen mit mehr als 5.000 Einwohnern.