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Bielefeld

Klasing verteidigt Jagd auf Rehe

Bis zum Mufflon-Urteil können Monate vergehen

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Bielefeld (gär). Eine juristische Entscheidung über die Zukunft der zwölfköpfigen Mufflonherde im Teutoburger Wald wird aller Voraussicht nach noch lange auf sich warten lassen. Bis zu einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster (OVG) könnten bis zu zwei Jahre vergehen, sagte die Bielefelder Umweltdezernentin Anja Ritschel dieser Zeitung. Die Beteiligten würden versuchen, bis dahin eine Lösung zu finden.

Wie berichtet, hatte das Verwaltungsgericht Minden in erster Instanz über den Antrag der Klasing’schen Stiftung auf Totalabschuss der Herde entschieden. Weil die Mufflons aus Sicht des Mindener Gerichts zu große Schäden im Klasing’schen Forst anrichten, wurde der Stadt Bielefeld aufgegeben, über den Abschuss neu zu entscheiden. Um das Urteil zu Fall zu bringen, hat die Stadt beim OVG Antrag auf Zulassung der Berufung gestellt.

Die Klasing’sche Stiftung fühlt sich derweil in der emotional geführten Debatte ungerecht behandelt. Aus juristischen Gründen habe man nur den Totalabschuss der Herde beantragen können, verteidigt Hans-Christian Klasing das Vorgehen. Auch der Stiftung sei eine Umsiedlung der Herde "am liebsten". Sie ist aus Sicht von Experten aber schwer zu bewerkstelligen.

Klasing steht auch zur Verpflichtung eines Försters zur konsequenteren Bejagung der Rehe im Stiftungswald. Man wolle die Rehwildabschusspläne erfüllen, um "übermäßigen Verbiss an jungen Pflanzen" zu verhindern, sagte Hans-Christian Klasing. Nach seinen Worten sind vor allem die von den Mufflons angerichteten Schäden immens. In diesem Konflikt sei es der Bielefelder "Jägerschaft gelungen, eine breite Öffentlichkeit von Tierliebhabern zu mobilisieren", beklagt Klasing. Matthias Rose, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Bielefeld, bezweifelt das Ausmaß der Schäden. Es fehle ein "neutrales Gutachten", sagte er.

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