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Bielefeld

Uni Bielefeld verheizt Studiengebühren

Rektorat muss Haushaltsdefizit von sieben Millionen Euro ausgleichen

Bielefelds Uni-Rektor Gerhard Sagerer.
Bielefelds Uni-Rektor Gerhard Sagerer.

Bielefeld. Der Haushalt der Universität Bielefeld pfeift aus dem letzten Loch. Bislang konnte die jährlich wachsende Unterfinanzierung durch Rücklagen des Rektorats ausgeglichen werden. Diese sind inzwischen verbraucht. Derweil steigen die unausweichlichen Ausgaben für Energie, Bewirtschaftung (unter anderem Wasser, Sicherheit, Reinigung) und Bau weiter an. "In den nächsten vier Jahren rechnen wir mit einem durchschnittlichen jährlichen Defizit von 6,9 Millionen Euro", erklärte ein Uni-Sprecher auf Anfrage.

Insgesamt erhält die Universität Bielefeld 2013 für Personal, Hilfskräfte, Infrastruktur sowie Sachmittel voraussichtlich circa 153 Millionen Euro vom Land. Dazu kommen voraussichtlich mehr als 50 Millionen Euro Drittmittel sowie etwa 16 Millionen Euro aus Sonderprogrammen. "Und doch wächst der finanzielle Druck", heißt es in einem Papier des Rektorats.

Auch die durch exzellente Forschungsleistungen der Uni kontinuierlichen Einnahmen aus Drittmitteln könnten das entstandene Defizit nicht ausgleichen.

Allein die Kosten der Energiewende steigern die Pflichtausgaben um eine Million Euro. Hinzu kommt der von der Landesregierung geforderte Eigenbeitrag von sechs Prozent des Haushaltes für den Ersatzbau sowie die (energetische) Modernisierung des Hauptgebäudes. Für die Universität Bielefeld sind dies im Jahr 2013 rund 2,6 Millionen Euro; 2011 waren es bereits 3,8 Millionen Euro, 2014 werden es voraussichtlich 3,9 Millionen Euro sein, heißt es in dem Rektoratspapier. Durch die Baumaßnahmen sei die Universität zudem gezwungen, zwischenzeitlich Ausweichflächen bereitzustellen, deren Kosten auch nicht komplett vom Land getragen würden.

Angesichts des Kostendrucks sieht das Rektorat eine zwischenzeitliche Lösung darin, zurückgestellte Studiengebühren in Höhe von 4,4 Millionen Euro in den allgemeinen Haushalt einzustellen. Dagegen wendet sich der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA). Er verweist auf einen Senatsbeschluss, demzufolge die Mittel in eine Stiftung zur Verbesserung der Lehre und Studienbedingungen fließen sollten. In der Kommission hätten Studierende eine Mehrheit haben sollen, so der AStA.

Rektor Gerhard Sagerer hält den Plan dennoch für gerechtfertigt. Auch Kürzungen bei den Fakultäten minderten schließlich die Qualität der Lehre.

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