Kreis Paderborn/Büren-Ahden. Ein Lkw nach dem anderen fährt seit Sonntagmittag über das Rollfeld des Flughafens Paderborn-Lippstadt. Bis Freitag sollen 100.000 Quadratmeter Start- und Landebahn erneuert werden. Was ein wenig wie geordnetes Chaos aussieht, ist von langer Hand geplant. 700 Tonnen Asphalt werden derzeit pro Stunde auf die Bahn aufgebracht.
"Wir haben mehr als 100 Geräte im ständigen Einsatz", erklärt Jürgen Riekert, der die Bauarbeiten geplant hat. "Es ist logistisch eine wahnsinnige Herausforderung", sagt der Geschäftsführer der "R-Ways GmbH", der sich gestern vom reibungslosen Ablauf der Baumaßnahmen überzeugt hat.
Bislang ist die Baustelle im Zeitplan – nicht zuletzt, da man die Arbeit am Sonntag zwei Stunden früher begonnen hat als geplant. "Wir haben eine ununterbrochene Lieferkette für Material, damit die 150 Mitarbeiter in drei Schichten immer beschäftigt sind", sagt Riekert. Zusätzlich sind 200 Menschen nicht direkt auf dem Flughafengelände, aber außerhalb ebenfalls für der Baustelle im Einsatz. Etwa bei den fünf Asphaltmischanlagen. Oder bei den zahlreichen Fuhrunternehmen.
700 Tonnen Asphalt pro Stunde
Die Auswirkungen der Riesen-Baustelle sind enorm. Auch mit dem Landesbetrieb Straßen NRW wurde vorab gesprochen, damit während der Sperrung des Flughafens keine Tagesbaustellen auf der Autobahn 44 errichtet wird. Denn die ist am meisten von dem Verkehr betroffen – immerhin rollt alle 90 Sekunden ein neuer Lkw Richtung Rollfeld.
In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde bereits die komplette 2.180 Meter lange und 45 Meter breite Bahn abgefräst. Gestern Mittag um Punkt 13 Uhr fingen fünf riesige Fertiger nebeneinander, um die acht Zentimeter dicke Asphalttragschicht aufzubringen. Den Maschinen folgten zehn Walzen. 700 Tonnen Asphalt werden so stündlich aufgebracht – insgesamt 35 Stunden lang. Heute folgt dann die vier Zentimeter dicke Oberflächenschicht.
Für die Firma "Heitkamp Erd- und Straßenbau" sind die Hauptarbeiten wohl am Mittwoch schon beendet. Die sommerlichen Temperaturen spielen den Arbeitern in die Hände. Das Unternehmen aus Herne hat bereits im vergangenen Sommer eine vergleichbare Baumaßnahme auf dem Bremer Flughafen übernommen. So wirken die Abläufe sehr routiniert. Bereits im Vorfeld hatten zehn Ingenieure die Ab- und Anfahrten der Lkw, den Einsatz der Maschinen und die Reihenfolge der Fräsarbeiten organisiert – minutengenaue Planung ist wichtig.
Zeitplan ist eng gestrickt
"Für die Gräben, die gefräst wurden, mussten wir beispielsweise besonderen Beton verwenden, der schnell aushärtet", sagt Heitkamp-Geschäftsführer Jörg Kranz. Denn wenig später muss der Untergrund bereits einer Lkw-Kolonne Stand halten. Der Zeitplan auf der Flughafen-Baustelle ist eng gestrickt – in der flugfreien Zeit müssen die wesentlichen Arbeiten erledigt werden.
Die Mittellinienfeuer könnten auch noch während der Betriebsruhe im normalen Flugbetrieb angebracht werden, sagt Jürgen Riekert. Aber so wie es aussieht, sind bis Freitagabend alle Löcher gestopft, alle Kabel eingezogen und die Asphaltschicht getrocknet. Dann starten die Flieger wieder.