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Bielefeld

Tödliche Unfälle ereignen sich meist auf Landstraßen

Deutlich weniger Alkohol-Unfälle

Tödliche Unfälle meist auf Landstraßen - © Nachrichten
Tödliche Unfälle meist auf Landstraßen (© Nachrichten)

Bielefeld (katy). Laut einer Umfrage fühlen sich die meisten deutschen Autofahrer auf den Landstraßen sicher. Das Gefühl trügt – das zeigt der Verkehrssicherheitsreport 2013, den die Dekra in Bielefeld vorgestellt hat.

Demnach sind in Deutschland 2011 4.009 Menschen bei Verkehrsunfällen gestorben. "61 Prozent auf Landstraßen", sagt Peter Mogwitz, Dekra Niederlassungsleiter in Bielefeld. Unfallursachen seien Straßenschäden und fehlende oder schlecht befestigte Bankette, also Randstreifen neben der Fahrbahn. "Oft wurden auch Überholmanöver falsch eingeschätzt."

Dadurch kamen Autofahrer gerade in ländlichen Regionen wie OWL mit ihren Wagen von den Straßen ab und prallten gegen einen Baum oder in den Gegenverkehr. Auf Autobahnen starben 11 Prozent der Autofahrer, 28 Prozent innerorts.

- © SYMBOLFOTO: DPA
(© SYMBOLFOTO: DPA)

Alkoholkonsum trage seit 1995 immer weniger zu Unfällen bei. So haben sich die Unfälle mit Personenschaden von etwa 6.000 auf circa 3.000 halbiert. Vor allem 25- bis 35-Jährige waren häufig Verursacher von Alkohol-Unfällen.

Aus Statistiken der Medizinisch-psychologischen-Untersuchungen – umgangssprachlich Idiotentests – geht hervor, dass etwa 20 Prozent der Test-Teilnehmer Drogen und Medikamente konsumierten. "Ein zunehmendes Problem im Straßenverkehr", so Mogwitz.

Der Experte fordert die Umsetzung der Anschnallpflicht: "Der Gurt verringert die Verletzungsschwere." Fußgängern empfiehlt er Reflektoren. Die Länder hätten für bessere Fahrbahnen und mehr dreistreifige Landstraßen zu sorgen, auf denen Kraftfahrer in jeder Fahrtrichtung abwechselnd sicher auf dem Zusatzfahrstreifen überholen können.

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