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Bielefeld

Gäste aus Ecuador auf OWL-Tour

Besuch aus dem Regenwald sensibilisiert für globale Probleme

Yanda Ushigua, Jiyunt Kaniras und Holger Sandu (v. l.) in Stammesbemalung vor der Ravensberger Spinnerei in Bielefeld . - © FOTO: NATALIE GOTTWALD
Yanda Ushigua, Jiyunt Kaniras und Holger Sandu (v. l.) in Stammesbemalung vor der Ravensberger Spinnerei in Bielefeld . (© FOTO: NATALIE GOTTWALD)

Bielefeld (lina). Sie sind gekommen, um zu reden: drei Vertreter mehrerer Stämme aus dem ecuadorianischen Regenwald. "Wir wollen hier kein Geld sammeln, sondern auf die Probleme unserer Völker in Amazonien aufmerksam machen und globalen, sozialen und kulturellen Austausch anregen", sagen Jiyunt Kaniras (25) aus dem Volk der Achuar, Holger Sandu (26) aus dem Volk der Shuar und Yanda Ushigua (23) vom Stamm der Zapara.

Kultureller Austausch sei das, was Menschen bewege, deshalb stehe dieser für sie am Anfang, sagt Yanda. In Bielefeld zeigen die drei Besucher einen kurzen Film über ihr Leben im Regenwald und erzählen dann von den aktuellen Probleme in ihrer Heimat: Die ecuadorianische Regierung plant ein neues Ölförder-Projekt mit dem Namen "Centro Sur", das quer durch eben das Gebiet des Amazonasdschungels führen soll, in dem die Stämme von Jiyunt, Holger und Yanda seit Urzeiten leben.

"Wir haben bei unserer Reise festgestellt, dass sich junge Leute hier in Deutschland ganz ähnliche Sorgen um die Umwelt machen wie wir", sagt Holger. Für die Ureinwohner des ecuadorianischen Dschungels bedeute die Bedrohung des Regenwaldes eine Bedrohung ihrer Lebensgrundlage. "Der Regenwald ist Apotheke, Supermarkt und Kirche in einem", beschreibt Jiyunt.

Gemeinsam Gedanken über Alternativen machen
Wie ein lebendiges Wesen sei der Wald, ein Familienmitglied, das es zu schützen gilt, so die junge Frau weiter. Die Zerstörung des Regenwaldes sei aber ein globales Problem. "Schließlich wissen wir alle, dass Rohstoffe wie Öl endlich sind. Wir müssen uns gemeinsam Gedanken über Alternativen machen."

Nach Stationen im Detmolder Gymnasium Leopoldinum oder bei der Lemgoer Stiftung Eben-Ezer waren die drei auf Einladung der Bielefelder Organisation Ara (Arbeitsgemeinschaft Regenwald und Artenschutz) zu Gast in der Volkshochschule Bielefeld. Begleitet werden sie vom Entwicklungshelfer und freien Journalisten Siegmund Thies, geboren im lippischen Detmold, der seit 1993 in Ecuador lebt und arbeitet.

"So ist auch der Schwerpunkt unserer Reise hier in OWL zustande gekommen", erklärt Thies. Eine Kooperation mit der Hochschule OWL existiert bereits seit einigen Jahren. "Es kommen regelmäßig Studenten aus Detmold und Lemgo zu Besuch in den Regenwald", so Thies.

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