Bielefeld/Gütersloh (jr/-sg-/ei). Auf die Gluthitze folgte das Unwetter. In Gütersloh wurde am Samstag in Mohns Park eine 69-jährige Fußgängerin von einem herabstürzenden Baum schwer verletzt.
In Mohns Park in Gütersloh waren zwei Ehepaare auf einem Spaziergang von dem Unwetter überrascht worden und hatten Schutz unter einem alten Baum gesucht. Als der Baum bei dem Sturm auseinander brach, wurde eine 69-jährige Gütersloherin unter der herabstürzenden Baumkrone begraben. Sie wurde eingeklemmt und
musste von der Feuerwehr befreit werden. Die Spaziergängerin wurde
nach notärztlicher Behandlung vor Ort mit schweren Verletzungen in
ein Krankenhaus eingeliefert.
In der Körnerstraße, Ecke Brinkstraße wurde in Gütersloh ein Baum entwurzelt. Er stürzte auf einen VW Passat und beschädigte diesen stark. Insgesamt sorgte das laut Polizei "exteme Unwetter" mit Sturmböen, Starkregen und Hagel im Kreis Gütersloh dafür, dass die Notrufleitungen bei der Polizei heiß liefen. Besonders betroffen waren dabei Rheda-Wiedenbrück, Gütersloh, Verl und Schloß Holte-Stukenbrock. Von 14.50 Uhr bis 17 Uhr wurde die Polizei zu insgesamt 44 witterungsbedingten Einsätzen gerufen und musste vornehmlich Gefahrenstellen durch entwurzelte Bäume, die zum Teil Straßen versperrten, umgefallene Baustellenbeschilderungen, voll gelaufene Straßenunterführungen oder ausgefallene Ampeln absichern.
Die Schäden in Bielefeld: Gegen 15 Uhr ging in Bielefeld ein Starkregen nieder, gepaart mit heftigem Gewitter und Hagelschauern. Das Sparrenburgfest musste kurzzeitig evakuiert werden. Feuerwehrleute gingen an der Sparrenburg in Bielefeld mit Megafonen umher und baten die Besucher das Fest zu verlassen. Viele Menschen hatten sich aber schon in die Zelte oder die Stände der Schausteller geflüchtet, einige kamen in den Torbögen der Burgmauer unter. Dies erwies sich aber nur als Schutz von oben. "Es ist kein schönes Gefühl, wenn das Wasser in die Schuhe läuft", beschrieb eine Besucherin die Tatsache, dass sich das Wasser in den tiefer gelegenen Torbögen knöchelhoch staute.
Nach etwa einer halben Stunde war der Spuk vorbei und es konnte Entwarnung gegeben werden. Das Ritterturnier war aber buchstäblich ins Wasser gefallen.
Auf der Gütersloher Straße zwischen Bielefeld-Ummeln und Gütersloh-Isselhorst waren etliche Bäume umgeknickt und viele Autos eingeschlossen. Die Feuerwehr musste anrücken, um die Autofahrer zu befreien. Die Straße war ab Gasthof Gröppel komplett über mehrere Stunden gesperrt. Zwischen 15 und 18 Uhr bearbeitete die Bielefelder Polizei im Stadtgebiet 49 wetterbedingte Einsätze. Im Wesentlichen handelte es sich um Gefahrenstellen wie umgestürzte Bäume und Bauzäune, überspülte Straßen und den Ausfall von Ampelanlagen. Personen wurden nicht verletzt. Darüber hinaus kam es zu sieben Unfällen mit Sachschäden und weiteren 27 wetterunabhängigen Einsätzen im genannten Zeitraum.
NW-Leser Thorsten Weinkauf berichtet aus Bielefeld-Brackwede: "Durch den heftigen Regenschauer gegen 15 Uhr lief der Real Kauf Brackwede voller Wasser. Trotz der großen Wassermassen konnte man und frau barfuß einkaufen. Wasserhöhe betrug sechs Zentimeter. Der gesamte Markt und die integrierte Apotheke waren betroffen. Durch spontane gute Hand-in-Hand-Arbeit schafften es alle MitarbeiterInnen den Markt schnell einigermaßen begehrbar zu machen."
Beeindruckend sind auch die Bilder aus dem Garten von Andreas Korte aus Gütersloh-Spexard. Dort schlugen die Hagelkörner so heftig ein, dass sie sich tief ins Erdreich gruben. "Jedes Auto in der Nachbarschaft hat Beulen oder gesprungene Glasscheiben", berichtet er.