Bielefeld (ha). Als erste Klinik in Deutschland setzt die Neurochirurgische Abteilung des Evangelischen Krankenhauses (EvKB) einen Roboter für Hirnoperationen ein. Ermöglicht hat diese neue Technologie die Zinkann-Stiftung (Gütersloh).
Mit dem Gerät erreichen Chirurgen auch Tumoren, die mit konservativen Instrumenten nur schwer oder überhaupt nicht erreichbar sind. Nach Darstellung der neurochirurgischen Chefärztin, Professor Terttu Pietilä, kommt der Roboter auch bei Biopsien, Chemotherapien und Bestrahlungen zum Einsatz. Ebenso biete die Epilepsiechirurgie ein weites Betätigungsfeld. Eingriffe von bisher nie erreichter Präzision sind laut Pietilä neuerdings möglich. Zudem sei die Verletzungsgefahr deutlich geringer als zuvor.
15 Eingriffe haben die Chirurgen bereits durchgeführt. Angestrebt sind zunächst 70 pro Jahr. Bei dem neuen schonenden Verfahren durchbohrt eine Sonde die Schädeldecke des Patienten. Bei konventionellen Verfahren muss dagegen der obere Teil des Schädel abgesägt werden. Über einen Monitor hat der Operateur während des Eingriffs sämtliche Hirnareale und die Position des Tumors im Blick. Pietilä: "Unser Ziel ist es, das kranke Gewebe zu entfernen, ohne die übrige Gehirnregion zu beeinträchtigen.
Der Roboter kostet 237.000 Euro, 140.000 hat die Zinkann-Stiftung übernommen.