Löhne/Bad Oeynhausen. Das war ein schwarzer Dienstag: Auf zwei unterschiedlichen Baustellen sind am Dienstag wichtige Strom-, Internet- und Telefonkabel schwer beschädigt worden. Am Vormittag waren weite Teile von Bad Oeynhausen, unter anderem der Werrepark, ohne Strom.
Am Nachmittag gingen in Mennighüffen, Wulferdingsen und Rehmerloh die Lichter aus. Besonders betroffen waren mehrere 1.000 Kunden der Telekommunikationsfirma EWE (früher Teleos) in ganz Ostwestfalen und Schaumburg. Probleme gab es auch für Kunden der Deutschen Telekom und des Kabelnetzbetreibers Unitymedia.
Der Grund für den Stromausfall am Vormittag war der Totalschaden eines Versorgungsbündels in Rehme. Am Autobahn-Zubringer zur A 2 bohren Arbeiter seit Wochen etwa sechs Meter tiefe Löcher für die Verankerung der neuen Lärmschutzwand. 230 dieser Pfosten sollen den Wall nach Angaben von Sven Johanning, Sprecher von Straßen NRW, insgesamt stützen. Eigentlich wussten die Arbeiter von den Versorgungsleitungen im Boden.
"Sie haben auch einen Kontrollschacht gebohrt und die Kabel entdeckt", sagte Sven Johanning: "Deshalb haben sie den Bohrer in einem Sicherheitsabstand von 1,5 Meter noch einmal angesetzt – aber leider trotzdem die Kabel getroffen."
Ausgerechnet auf den letzten Metern des künftigen Lärmschutzwalls erwischte der Bohrer nicht nur ein wichtiges Stromkabel, sondern auch wichtige Glasfaserkabel, durch die EWE und Unitymedia ihre Kunden mit Internet, Telefon und Fernsehen versorgen. Auch die Telekom berichtete von Störungen.
Die Folge waren Stromausfälle ab 9.40 Uhr in Teilen von Bad Oeynhausen sowie im gesamten Einkaufszentrum Werrepark. Die Lichter gingen aus, elektrische Türen weder auf noch zu und die Kassen streikten. Nach Angaben von Westfalen Weser Energie (WWE) hatte der Werrepark um 10.25 Uhr wieder Saft. Der letzte Stromkunde in Bad Oeynhausen soll um 11.10 Uhr wieder ans Netz angeschlossen worden sein. "Wir haben durch Ringschaltungen unsere Kunden mit Strom versorgt", sagte Dieter Vollmer, Sprecher von WWE.
Ganz so einfach war das bei den Internet- und Telefonkunden der EWE nicht. Das zerstörte Glasfaserkabel musste nach Angaben von Sprecherin Anne-Christin Klare komplett neu verlegt werden. Gestern Abend waren die Reparaturen im vollen Gange. Gegen 17 Uhr meldete EWE, dass im Raum Minden bereits wieder 3.500 Kunden ans Internet angeschlossen und telefonieren konnten. Gegen 19 Uhr war ein Großteil der Kunden wieder am Netz. Anne-Christin Klare: "Wir hoffen, dass die Arbeiten bis Mittwochvormittag abgeschlossen sind."
Während Bad Oeynhausen gegen Mittag wieder elektrifiziert war, begannen in der NW-Lokalredaktion Löhne die Telefone zu klingeln. Besorgte Mennighüffener erkundigten sich übers Mobiltelefon nach dem Stromausfall. Doch der Blackout in Mennighüffen hatte nichts mit dem Ausfall in Bad Oeynhausen zu tun.
In der Glockenstraße schachteten zwei Arbeiter gestern um 14.05 Uhr einen Regenwasserkanal für die Wirtschaftsbetriebe aus. Die Straße ist deshalb noch bis Ende des Jahres gesperrt. Nach Auskunft von Bauleiter Michael Kuhlmann liegen an der Engstelle auf dem Fußweg zwei 10.000-Volt-Kabel über Kreuz. Eines dieser Stromkabel war vorsorglich abgestellt worden, das andere erwischte der Baggerführer aus Versehen. Weder ihm, noch der Arbeiter mit Spaten wurden dabei verletzt. "Beide sind mit einem Schrecken davon gekommen", sagte Kuhlmann.
Die Folge dieses Kabelschadens waren nach Angaben von WWE-Sprecher Edgar Schroeren Stromausfälle in Wulferdingsen, Menninghüffen, Huchzen, Remerloh, Ulenburg und Ostscheid. Um 15.59 Uhr hatte WWE auch in Löhne über Ringschaltungen sämtliche Stromkunden wieder mit elektrischer Energie versorgt.