Pivitsheide erhält einen neuen Torbogen

Die Gewinner des LZ-Wettbewerbs „Wir sind Detmold, weil...“ planen ihr nächstes Projekt

Jana Beckmann

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Im Rohzustand: Friedrich Diekhof (links) und Hans-Dieter Buckoh vom Vorstand des Heimat- und Verkehrsverein Pivitsheide V.L. begutachten den Torbogen aus dem 19. Jahrhundert. Auf dem Luftbild (unten) ist der künftige Standort markiert. - © Jana Beckmann
Im Rohzustand: Friedrich Diekhof (links) und Hans-Dieter Buckoh vom Vorstand des Heimat- und Verkehrsverein Pivitsheide V.L. begutachten den Torbogen aus dem 19. Jahrhundert. Auf dem Luftbild (unten) ist der künftige Standort markiert. (© Jana Beckmann)

Detmold-Pivitsheide V.L. Hans-Dieter Buckoh und Friedrich Diekhof vom Heimat- und Verkehrsverein Pivitsheide V.L. ziehen eine Plane zur Seite und enthüllen drei verwitterte Balken. Nur ansatzweise ist zu erkennen, dass es sich dabei um einen alten Torbogen handelt. Doch das soll sich ändern. Künftig soll die Konstruktion an der Ecke von Oerlinghauser- und Wilhelm-Mellies-Straße einen neuen Blickfang bilden – mit Hilfe Vieler.

„Der Bogen stammt aus einem Haus von 1810, das früher an der Augustdorfer Straße, Ecke Sandstraße gestanden hat", berichtet Diekhof. Nach dem Abriss des Gebäudes habe er 40 Jahre lang in einer Garage gelegen, bevor er dem Verein geschenkt worden sei. Immerhin kennen sich die Mitglieder, nachdem sie bereits zwei Torbögen wieder aufbereitet und an der „Eichenkrug"-Kreuzung und am Grillplatz auf der Kussel aufgestellt haben, mit dieser Materie aus.

Hier soll er aufgebaut werden - © Geobasisdaten NRW
Hier soll er aufgebaut werden (© Geobasisdaten NRW)

Mit der Schenkung verbunden war auch der Wunsch, dass der Torbogen wieder an seinen ursprünglichen Standort an der Augustdorfer Straße zurückkehren soll. Doch daraus wurde nichts. „Das Gelände liegt außerhalb der Ortschaft, die Gesetzeslage ist sehr restriktiv. Wir hätten weit von der Augustdorfer Straße weg bleiben müssen und das Ziel, dass man den Bogen schon von weit her sieht, wäre verfehlt gewesen", sagt Buckoh.

Danach wurde ein Platz auf der Kussel erwogen – dort, wo der Maibaum des Mandolinenorchesters steht. Doch dort hätten im Untergrund Versorgungsleitungen gestört, so das die Wahl letztendlich auf die besagte städtische Fläche an der Oerlinghauser Straße, zwischen dem Sportplatz und dem neuen Feuerwehrgerätehaus, fiel. „Dieser Bereich ist exponiert und wird auch stark frequentiert. Es ist ein passender Ort für ein optisches Highlight", findet Buckoh.

Information
Gedenken an Heinrich Mellies

Mit Heinrich „Heini" Mellies, der im Dezember plötzlich verstorben ist, hat der Heimat- und Verkehrsverein Pivitsheide V.L. ein Ehrenmitglied verloren. Dieser Titel war dem Pivitsheider, der in den 1970ern den Kusselmarkt und damit den ersten großen Markt im Ortsteil eröffnet und betrieben hatte, als langjähriges Mitglied und Förderer des Heimat- und Verkehrsvereins verliehen worden. „Heini hat uns durch seine finanzielle Förderung immer unterstützt, insbesondere durch sein Geschäft", berichtet Hans-Dieter Buckoh voll des Lobes. So habe es, wenn Feste anstanden, zum Beispiel häufig Sponsoring gegeben.

Ganz so einfach ist das allerdings nicht. Denn zunächst musste eine Genehmigung vom Kreis Lippe eingeholt werden, da es sich um eine Naturschutzfläche handelt. Außerdem müssen drei Bäume gefällt und Ersatzpflanzungen vereinbart werden. Und nicht zuletzt musste auch erst einmal das Geld für das Projekt gesammelt werden.

Denn: Die einzelnen Arbeitsschritte bringen auch Kosten mit sich. Das Schriftbild und Verzierungen auf dem Holz sollen wieder sichtbar gemacht werden, ein Betonfundament ist vorgesehen, der Bogen soll mit einer Art Stahlkorsett eingefasst werden und es muss eine elektrische Anbindung geben. „Wir haben eigentlich für jedes Gewerk einen Fachmann im Verein. Aber das Material kostet auch", erklärt Buckoh.

Etwa 3.000 bis 3.500 Euro, so schätzen die Vorstandsmitglieder, wird der neue Torbogen wohl kosten. Ein Teil des Geldes soll aus verschiedenen Töpfen zur Ortsteilförderung kommen. Dazu kommt das Preisgeld von 1.000 Euro aus dem Wettbewerb „Wir sind Detmold, weil...", den die LZ im Sommer in Kooperation mit der Stadt und der Volksbank veranstaltet hatte.

Und den letzten Rest steuert die Familie Mellies bei. Sie hatte anlässlich der Beerdigung von Heinrich Mellies, der auch Ehrenmitglied des Vereins war, um Spenden gebeten. Voraussichtlich im Frühsommer soll die Einweihung des neuen Torbogens gefeiert werden.

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