Blomberg. Ganz, ganz scharf ist Frauenhandball-Bundesligist HSG Blomberg-Lippe Mittwochabend an einer Sensation vorbeigeschrammt. Vor knapp 900 Zuschauern in der Sporthalle an der Ulmenallee unterlagen die Schützlinge von Trainer Steffen Birkner mit 28:29 (12:15) dem Thüringer HC. Doch Birkner zeigte sich keineswegs unzufrieden.
„Ich kann und möchte der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Ich bin stolz über den Auftritt und die geschlossene Leistung", sagte Birkner mit viel Stolz in der Stimme: „Wir haben Charakter gegen den Deutschen Meister gezeigt."
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Hier können Sie sich den Livestream vom Spiel am Mittwochabend noch einmal in voller Länge ansehen.Doch zunächst sah es gar nicht nach einer knappen Entscheidung aus. Denn Thüringen legte los wie die Feuerwehr und stürmte auf 11:3 davon. Und das gefiel dem Thüringer Trainer Herbert Müller so richtig gut: „Wir standen bestens in der Abwehr und haben dominiert." Doch das Szenario sollte sich rasch ändern. Denn Blomberg, bekannt dafür, nie aufzustecken, profitierte zunehmend von einer verbesserten Defensive und setzte zu einer fulminanten Aufholjagd an. Anna Monz im HSG-Gehäuse erwies sich als Fels in der Brandung – und auf den Rängen gerieten die Blomberger Fans so richtig in Stimmung.
„Da kamen die Emotionen hoch, davon lebt der Handball, das ist für alle doch toll", bekam Müller noch im Nachhinein Gänsehaut. Doch lief ihm auch ein kalter Schauer über den Rücken, als die Lipperinnen, angeführt von Kathrin Pichlmeier und Tessa van Zijl in der Offensive, plötzlich dran waren (20:22, 26:28).
„Es hat sich gerächt, dass wir vorne schwächer wurden", konstatierte Müller. Doch zum ganz großen Coup kam es nicht. Das 28:29 ließ die HSG-Anhänger jedoch eher glücklich als traurig zurück. Der Applaus für die aufopferungsvolle Darbietung ihrer Lieblinge hielt noch lange nach Spielschluss an und die Ehrenrunde war von großem Beifall begleitet.
Da saß auch schon wieder HSG-Rechtsaußen Patricia Rodrigues auf der Tribüne. Die Portugiesin hatte sich bei einem Zweikampf einen Cut am Kiefer zugezogen und musste sich behandeln lassen. Birkner gewann selbst dieser Szene etwas Gutes ab: „Meine Spielerinnen gehen halt dahin, wo es weh tut. Unterm Strich war es ein gefühlter Punktgewinn, auch wenn er in der Tabelle nicht erscheint."
HSG Blomberg-Lippe – Thüringer HC 28:29 (12:15)
HSG Blomberg-Lippe: Monz, Veith; Schnack (1), Rüffieux (5), Klaunig (1), Müller, Smits, van Buren, van Zijl (5), Pichlmeier (6), Steenbackkers (6/5), Michielsen (2), Rodrigues, Franz, Bros Petersen (2).
Thüringer HC: Garcia, Giegerich; Lang (1), Sazdovska, Mazzucco, Schmelzer (6), Triszuk (2), Stolle (1), Luzumova (4), Bölk (9/3), Großmann, Jakubisova (5), Huber (1).
Siebenmeter: 7/5:5/4 (Müller scheitert zweimal gegen Giegerich – Monz hält von Luzumova).
Zeitstrafen: 2:4 (Rüffieux, Pichlmeier – Lang, Bölk, Großmann, Huber).
Rote Karte: Schmelzer (HC, 60.).
Auffälligste Spielerinnen: Monz – Giegerich, Schmelzer.
Zuschauer: 879.
Nächstes Spiel: Die HSG Blomberg-Lippe gastiert am Sonntag, 28. Oktober, um 16.30 Uhr beim VfL Oldenburg.