Warum der SC Paderborn zuversichtlich in die Rückrunde starten kann

Frank Beineke

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SCP-Akteur Christopher Antwi-Adjei, der sich hier gegen 96-Spieler Josip Elez durchsetzt, zählte in den Testspielen zu den besten Paderbornern. - © Verwendung weltweit
SCP-Akteur Christopher Antwi-Adjei, der sich hier gegen 96-Spieler Josip Elez durchsetzt, zählte in den Testspielen zu den besten Paderbornern. (© Verwendung weltweit)

Paderborn. Die Wintervorbereitung war kurz und knackig. Und für den SC Paderborn verlief sie recht erfolgreich. Ernsthafte Verletzungen blieben aus, die Form passt. In den Testspielen gegen Lotte (4:1), Osnabrück (4:3) und in Hannover (1:0) präsentierte sich das Bundesliga-Schlusslicht recht spielfreudig. In den vergangenen beiden Partien gegen die Zweitligisten aus Niedersachsen kristallisierte sich dabei eine Startelf heraus, die auch am kommenden Sonntag, 19. Januar, beim Rückrundenstart gegen Bayer 04 Leverkusen (18 Uhr, Benteler-Arena) auflaufen könnte.

Abwehr

Die Torwartfrage stellt sich nicht: Leopold Zingerle geht als Nummer eins in die Rückrunde. Auch in Sachen Vierer-Abwehrreihe gibt es kein Rätselraten. "Die Kette steht", betont Cheftrainer Steffen Baumgart mit Blick auf das Heimspiel gegen Leverkusen. So werden Sebastian Schonlau und Luca Kilian die Innenverteidigung bilden. Die Routiniers Uwe Hünemeier und Christian Strohdiek müssen sich weiter hinten anstellen. Auf der rechten Abwehrseite darf Mohamed Dräger ran, der in den vergangenen sieben Ligaspielen nur auf der Bank gesessen hatte. Grund: Laurent Jans, der Dräger verdrängt hatte, muss gegen Leverkusen als Linksverteidiger ran, da Jamilu Collins eine Gelbsperre absitzt. Sowohl Dräger als auch Jans präsentierten sich zuletzt gegen Osnabrück und Hannover ausgesprochen offensivfreudig.

Mittelfeld

Flügelflitzer Kai Pröger (l.), hier in der Partie gegen Lotte, ist mit drei Testspiel-Treffern Paderborns bester Torschütze der Wintervorbereitung. - © Ulrich Petzold
Flügelflitzer Kai Pröger (l.), hier in der Partie gegen Lotte, ist mit drei Testspiel-Treffern Paderborns bester Torschütze der Wintervorbereitung. (© Ulrich Petzold)

Auf den offensiven Außenbahnen haben Kai Pröger und Christopher "Jimmy" Antwi-Adjei die besten Karten, was einen Startelf-Platz gegen Bayer betrifft. Die beiden Flügelflitzer machten in den drei Testspielen den stärksten Eindruck und erzielten zusammen stolze fünf Tore. Pröger traf hierbei in allen Partien. Doch vor allem Antwi-Adjei, der sein Potenzial in der Hinrunde nur bedingt abrufen konnte, präsentiert sich derzeit in Topform. "Jimmy" könnte seinem Ruf als Rückrunden-Spezialist einmal mehr alle Ehre machen. "Wenn die Jungs ihre Geschwindigkeit auf den Platz kriegen, wird es für alle Mannschaften schwer", sagt Martin Przondziono.

Der SCP-Sportchef sah am Samstag zudem einen bärenstarken Sebastian Vasiliadis. Der Mittelfeld-Stratege hatte sich kurz vor dem letzten Hinrunden-Spiel an der Leiste operieren lassen. Der Heilungsprozess verlief optimal. Und gleich im ersten Spiel nach seiner OP demonstrierte der 22-Jährige, dass er nahezu unverzichtbar ist. Vasiliadis zog die Bälle wie ein Magnet an sich und war obendrein enorm zweikampfstark. "Das ist halt Vasi", urteilte Przondziono kurz und knapp. In der Hinrunde war Klaus Gjasula der etatmäßige Partner von Sebastian Vasiliadis. Der 30-Jährige dürfte den SCP auch gegen Leverkusen als Kapitän aufs Feld führen, wenngleich Abdelhamid Sabiri in der Vorbereitung durchaus überzeugen und gerade beim Sieg gegen Osnabrück Pluspunkte sammeln konnte. Cauly Souza hat sich unterdessen bekanntlich Richtung Bulgarien verabschiedet und bei Ludogorez Rasgrad unterschrieben.

Angriff

Allein die Besetzung im Sturm ist mit Blick auf den Rückrunden-Start noch relativ offen. Es spricht aber einiges dafür, dass Sven Michel und Neuzugang Dennis Srbeny am Sonntag von Beginn an ran dürfen. Das Duo kennt sich noch aus der Drittliga-Hinrunde 2017/2018 und harmonierte auch beim Testspiel in Hannover, in dem Srbeny keinerlei Anlaufschwierigkeiten hatte. Mit "Kilometerfresser" Ben Zolinski und dem pfeilschnellen Streli Mamba (fünf Hinrunden-Treffer) hat Steffen Baumgart allerdings noch zwei gleichwertige Angreifer in der Hinterhand. "Sie sind ebenso wie Abdelhamid Sabiri Kandidaten für die Startelf", erklärte der SCP-Trainer nach dem Test in Hannover.

Fazit

Der SC Paderborn ist für die Bundesliga-Rückrunde bestens gerüstet. Die kurze Pause scheint den Spielern gut getan zu haben. Der SCP sprühte vor allem in den ersten Halbzeiten der Spiele gegen Osnabrück und in Hannover vor Spielfreude und erarbeitete sich zahlreiche Torchancen. Die Effektivität ließ allerdings mitunter zu wünschen übrig. Zudem zeigte sich, was passiert, wenn Entschlossenheit und Konzentration nur ein Stück weit verloren gehen. Dann kann auch ein Zweitligist wie Osnabrück gegen die Paderborner target="_blank">mal eben drei Treffer in zwölf Minuten erzielen.

"Uns fällt halt nichts in den Schoß", sagt SCP-Kapitän Christian Strohdiek. Dennoch kann der Aufsteiger voller Zuversicht ins Spiel gegen Leverkusen gehen. Wenn die nötige Aggressivität da ist, das Flügelspiel so funktioniert wie in den Testspielen und wenn vorne auch mal die Chancenverwertung passt, dann dürfte im dritten Anlauf endlich Zählbares gegen die Werkself herausspringen. Denn beim Hinrunden-Auftakt (2:3) und beim DFB-Pokal-Zweitrundenspiel (0:1) in Leverkusen waren die Paderborner trotz sehenswerter Leistungen leer ausgegangen.

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