Kaiserau/Horn-Bad Meinberg. Eine harte Strafe hat das Verbandssportgericht gegen den TSV Horn verhängt. Nach den Vorfällen bei der Fußball-Kreisliga-A-Detmold-Partie in Belle am 1. Oktober entschied der Sportrichter Dr. Markus Seip, dass der Verein 1200 Euro Strafe wegen „grob unsportlichen Verhaltens“ zahlen muss. Die Partie bei der SG Belle-Cappel-Leopoldstal endete 3:3. Schiri fühlt sich offenbar bedroht Nach der Begegnung war es zu unschönen Szenen gekommen, der Schiedsrichter verfasste einen Sonderbericht. Er fühlte sich offenbar bedroht. Der TSV Horn hatte sich während der Partie vom Schiedsrichter benachteiligt gefühlt. Dem vermeintlichen Treffer zum 3:1 verweigerte er die Anerkennung. Stattdessen glich die SG zum 2:2 (54.) und 3:3 (73.) aus. Nach der Ampelkarte gegen Cihat Keles in der Nachspielzeit wurde es ungemütlich. Gleich drei Streifenwagen schickte die Polizei zum Beller Sportplatz, um die Situation zu beruhigen. Da der Schiedsrichter, ein Kurde, aufgrund seiner Herkunft von einem Zuschauer beleidigt wurde, zeichnete das Verbandssportgericht verantwortlich. „Wir wissen nicht, wer den Schiedsrichter beleidigt hat, kennen nicht alle unsere Zuschauer. Vielleicht war es auch jemand, der den TSV Horn nicht mag. Wir haben den Übeltäter leider nicht ausfindig machen können“, sagte Ender Ünal, Manager des TSV Horn. Und weiter: „Wir haben uns noch am Spieltag beim Schiedsrichter entschuldigt. Einige Tage später luden wir ihn zu einem Kaffee ins Extrablatt nach Detmold ein. Wir bedauern die Vorfälle sehr, auch bei uns im Verein engagieren sich kurdische Mitglieder.“ TSV Horn äußert sich ausführlich Während die SG laut Pressesprecher Raphael Bartling nicht zu einer Stellungnahme aufgefordert wurde, äußerte sich der TSV Horn ausführlich zu den Vorwürfen. In dem Schreiben, das TSV-Boss Ivo Peraga unterschrieb, heißt es unter anderem, dass der Verein „jegliche Form von Diskriminierung“ verurteile: „Wir setzen uns aktiv für den interkulturellen Austausch und ein harmonisches Miteinander ein.“ Des Weiteren schreibt der TSV Horn: „Zum Vorfall zwischen unserem Trainer und dem Schiedsrichter möchten wir hervorheben, dass es sich hierbei um ein Missverständnis handelte. Dieses wurde am darauffolgenden Tag in einem konstruktiven und sachlichen Gespräch zwischen beiden Parteien ausgeräumt. Unser Trainer hat weder die in Frage stehende Wortwahl getroffen, noch hat er den Schiedsrichter in irgendeiner Weise bedroht.“ Es liege auch „in unserem tiefsten Interesse, dass Schiedsrichter, besonders bei Spielen mit einer hohen Anzahl von Zuschauern, geschützt und in ihrer Arbeit respektiert werden“, heißt es in der Stellungnahme. Mindeststrafe: 1000 Euro Laut Sportrichter Dr. Markus Seip habe er „lediglich die rassistische Beleidigung“ - der Schiedsrichter meldete „nur weil du ein Dreckskurde bist, haben wir das Spiel nicht gewonnen“ abgeurteilt. Seip: „Ausschließlich dafür sind wir beim Verbandssportgericht zuständig. Und Vereine haften für ihre Zuschauer. Wenn der Verein den Täter identifiziert, reduzieren wir die Strafe. Dafür hat der TSV Horn bis zu einem Jahr Zeit.“ Die Mindeststrafe liege bei 1000 Euro. Dr. Markus Seip: „Wir sind etwas höher gegangen, weil der TSV Horn in den vergangenen beiden Spielzeiten schon mal mit Kleinigkeiten negativ aufgefallen war.“