Arminia-Kolumne: Mal von allem abgesehen ein ziemlicher Grottenkick

Armine von der Süd

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Arminias Sergio Cordova. - © imago images/Revierfoto
Arminias Sergio Cordova. (© imago images/Revierfoto)

3-3-1 war unser Bundesligaverhältnis mit dem FSV Mainz vor diesem Spiel. Da erwartet der durchschnittliche Dauerkarten besitzende Arminia-Südtribünenbesucher ein lockeres 3:1 für den DSC. Und das Gegentor erzielt der Abwehrrecke van der Hoorn, da er die von ihm gelernte englische Härte einfach nicht ablegen kann.

Nun, es kam dann etwas anders.

Der Trainerneuzugang Kramer ließ den Ur-Bielefelder und Kämpfer Kunze zunächst draußen und den angeschlagenen Kapitän Klos ebenso. Dafür konnte Arne Maier erneut zeigen, dass er überall recht gut Fußball spielen kann, es sei denn, er trägt dieses schwarze Trikot des DSC. Ein vernünftiges in Blau gibt es ja bekanntlich nicht.

Ein Befreiungsschlag sieht anders aus

Ich wiederhole hier, dass ich mit dem nicht warm werde. Das gilt jetzt für Maier und das Blau, das nicht da ist. Da erwartet man dann mit Glück noch ein Unentschieden. Wenigstens unser Andreas Voglsammer durfte mittun und rechtfertigte es mit dem coolen Tor zum 1:1. Da war Arne Maier bestimmt schon mit duschen fertig und sah im VIP-Raum die Sky-Konferenz...

Nun, der Trainerwechsel hat sich ja echt gelohnt. Oder? Ich weiß, wie wohl viele von Euch, nicht genau, warum es den Wechsel gegeben hat. Aber ich glaube, mit Uwe Neuhaus hätten wir nicht einen Punkt weniger. Der eine Punkt in Mainz war sicherlich wertvoll, aber ein Befreiungsschlag sieht anders aus. Und spielerisch neue Ideen sehe ich irgendwie auch nicht.

Elfmeter? War eigentlich keiner. Uneigentlich auch nicht.

Da kurz vor unserem Spiel der VfL BoXXum dem Aufstieg in die Bundesliga einen großen Schritt nähergekommen ist, hatte ich umso mehr auf einen Sieg unserer Arminia gehofft, denn das wären zwei tolle Spiele mehr, die wir in der 1. Liga sehen könnten. Live. Im Stadion. Auf der Alm und an der Castroper Straße. Auch wenn man als Zugfahrer da am Bahnhof wieder im Käfig gefangen ist... Klar, es ist noch alles drin, aber es wird immer enger, wenn wir nicht regelmäßig dreifach punkten.

Tja, der Elfmeter. Habe mir das sehr genau angeschaut, aber es war eigentlich keiner. Uneigentlich auch nicht. Es würde quasi alle fünf Minuten einen Elfer in der Bundesliga geben, wenn immer so entschieden wird. Frau Steinhaus mochte ich ich eigentlich gerne, wann immer sie auf oder neben dem Platz aktiv war. Aber seit sie regelmäßig ihr Kölsch im Videokeller zu konsumieren scheint, zeigt sie sich nicht gerade als eine Freundin des ostwestfälischen Fußballvereins DSC Arminia. Und das, obwohl sie doch dereinst nach einem Spiel einen Trikottausch mit unserem Christian Müller, ähm, hatte.

Ich möchte, will, ja muss endlich wieder hin

Unabhängig von all dem war es einfach ein ziemlicher Grottenkick. Ich habe, ehrlich geschrieben, dem einen oder anderen Glanzstück in der zweiten Liga nachgetrauert. Ich hoffe einfach darauf, dass wir irgendwie drin bleiben in der Liga. Denn dann haben wir vielleicht die Chance, das ein oder andere Spiel mit höherem Niveau zu sehen. Und zwar im Stadion.

Ich habe inzwischen keine Lust mehr auf die Pandemie. Ich möchte, will, ja muss da endlich wieder hin. Klar, wenn ich bei meinem lieben Freund Frank den einen oder anderen TES (Torerzwingungsschnaps) konsumiere, kann es schon mal vorkommen, dass wir uns bei einem Tor hüpfend in den Armen liegen, aber es ist eine andere Qualität, dies auf meinem angestammten Platz auf der Süd zu tun.

Manchmal, wenn es ein ganz besonders wichtiges Tor war, fand ich mich so etwa 15 Meter rechts oder links von meinem Platz wieder. Da ich dort fast alle seit Jahren kenne, ist das kein Problem. Man lacht sich an und alle sortieren sich wieder zurück auf den Stammplatz. Ich verliere meinen Optimismus nicht und freue mich auf viele fünfzehn Meter in der Bundesliga!

Euer Armine von der Süd

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