2026 ist ein Jahr mit vielen sportlichen Großereignissen und das ist für die vielen Sportmuffel im TV-Publikum keine gute Nachricht. Wer sich heute zum Beispiel zur besten Sendezeit weder für die Europa League auf RTL interessiert, noch für die Heimatreihe «Der Bergdoktor» im ZDF oder für die Wiederholung eines Regionalkrimis im Ersten, hat nicht mehr viel Auswahl. Recht gut weg kommt man noch mit dem RBB, der den ersten von drei Krimikomödien mit Meisterdetektiv Benoit Blanc zeigt. «Knives Out - Mord ist Familiensache» aus dem Jahr 2019 läuft um 20.15 Uhr. Ein riesiges Herrenhaus, ein Krimiautor mit aufgeschlitzter Kehle und seine schrägen Familienangehörigen, die alle guten Grund hatten, den eigenwilligen Patriarchen Harlan Thrombey ins Jenseits zu befördern. Mittendrin in diesem Schlamassel - im Stil eines Agatha-Christie-Krimis - thront ein selbstgefälliger Ermittler, der den mysteriösen Tod aufklären will. Mord oder Suizid? Für die Zuschauer ist es ein «Whodunit»-Vergnügen zum Miträtseln: Wer hat's getan? James-Bond-Darsteller Daniel Craig hat sichtlich Spaß daran, einmal nicht den coolen 007 zu mimen. In dieser Komödie ist er ein Privatdetektiv, der sich mit Zigarre im alten Ledersessel lässig zurücklehnt und Tatverdächtige vernimmt. Nicht nur mit Craig hat sich US-Regisseur Rian Johnson («Star Wars: Die letzten Jedi») den Richtigen ausgesucht. Zur prominenten Besetzung zählt Oscar-Preisträger Christopher Plummer (1929-2021) als ungeliebtes Familienoberhaupt, das gleich nach der Feier zu seinem 85. Geburtstag aus dem Leben scheidet. Zuvor hatte ihn die exzentrische Verwandtschaft noch hochleben lassen: Tochter Linda (Jamie Lee Curtis), eine berechnende Geschäftsfrau, mit einem aufgeblasenem Ehemann (Don Johnson), der erfolglose Sohn Walt (Michael Shannon), die ständig um Geld bettelnde Schwiegertochter Joni (Toni Colette), der verwöhnte Enkelsohn Ransom (Chris Evans), der schnelle Autos liebt. Alle fiebern nun der Erbschaft entgegen, nur Marta trauert um den alten Thrombey. Ana de Armas («Blade Runner 2049») spielt die Pflegerin, die sich liebevoll um ihren Chef kümmerte. Oder hat auch sie etwas zu Verbergen? Das Hauspersonal gerät ebenfalls ins Netz der bitterbösen Fehden und Verbalattacken der völlig dysfunktionalen Verwandten. Marta hat dabei ein besonderes Problem. Sobald sie lügt, muss sie sich übergeben. Rian Johnson, ein erklärter Agatha-Christie-Fan, schaute für «Knives Out» ein wenig bei ihrer Figur des belgischen Meisterdetektivs Hercule Poirot ab. Wie ein Krimi-Klassiker schwelgt der Film mit üppigen Kulissen in einer vergangenen Zeit. Schauplatz ist ein mächtiges Herrenhaus mit roten Backsteintürmen, langen Korridoren und quietschenden Treppen. Genüsslich schweift die Kamera durch die reich ausstaffierten Räume mit leicht gruseligem Dekor: Denn zum Verhör setzt Benoit Blanc die Verwandten vor eine riesige Skulptur mit Dutzenden Messern.