Die Deutsche Musik- und Orchestervereinigung Unisono beklagt eine Vielzahl unbesetzter Stellen in deutschen Berufsorchestern. «Fast jede 20. Stelle in den Orchestern ist nicht besetzt», sagte Unisono-Geschäftsführer Robin von Olshausen. Er sprach von 9.748 Planstellen, von denen 456 Stellen unbesetzt seien. Co-Geschäftsführerin Julia Hofmann sagte, es entstehe «der Eindruck eines stillen Personalabbaus ohne eine politische Debatte, ohne transparenten politischen Beschluss und vor allem auf Kosten der Beschäftigten». Das geht «an die künstlerische Substanz» Um dauerhafte Vakanzen nicht zur Normalität werden zu lassen, fordert Unisono eine zügige Nachbesetzung. «Wenn Nachbesetzungen nämlich nicht erfolgen, steigt die Arbeitsbelastung, weil in der Regel natürlich die Arbeit nicht weniger wird. Die Gesundheitsrisiken erhöhen sich natürlich auch, weil die Zeit für Regeneration und Planung nicht mehr vorhanden ist», erklärte Hofmann. «Am Ende wird es auch an die künstlerische Substanz der Orchester gehen.» Das führe in Teilen zu einem sogenannten Braindrain: Junge Musikerinnen und Musiker würden ihr Orchester verlassen, weil ihnen die künstlerische Perspektive fehle. Um das zu verhindern, sei mehr als ein fairer Lohn nötig. «Es braucht ein nachhaltiges künstlerisches Konzept und eine Planstellensicherheit», betonte Hofmann. Handlungsfähige Kommunen als Schlüssel Wer Kultur langfristig sichern wolle, müsse Kommunen stärker finanzieren und neue verlässliche Finanzierungswege bestreiten. «Handlungsfähige Kommunen sind der Garant für eine stabile Orchesterlandschaft», erklärte Hofmann. Die Orchesterträger bräuchten dauerhaft mehr Geld, um dem Stellenabbau aktiv gegenzusteuern. «Wir gehen davon aus, dass die Häuser auch vernünftig haushalten mit ihren Mitteln. Und je mehr Mittel sie haben, desto vernünftiger können sie die einsetzen», so Hofmann.