Letzte Ehre für Karel Gott - Requiem im Prager Veitsdom

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Hradschiner Platz - © Foto: Vít Šimánek/CTK/dpa
Fans stehen auf dem Hradschiner Platz und schauen auf einen Großbildschirm, auf dem die Trauerfeier für den Sänger Karel Gott im Prager Veitsdom übertragen wird. F. (© Foto: Vít Šimánek/CTK/dpa)

Prag - Anderthalb Wochen nach seinem Tod hat Tschechien dem Schlagerstar Karel Gott die letzte Ehre erwiesen. Mit einem Staatstrauertag und einem Gottesdienst im Prager Veitsdom nahm das Land am Samstag Abschied von einem nationalen Idol.

Die Fahnen standen an allen öffentlichen Gebäuden auf halbmast. Zum Requiem in der Kathedrale trafen Karel Gotts Witwe Ivana, seine Kinder und mehrere Tausende geladene Ehrengäste aus Politik und Gesellschaft ein. Darunter waren Staatspräsident Milos Zeman, Regierungschef Andrej Babis, Fußball-Legende Antonin Panenka, Eishockey-Star Jaromir Jagr und Vaclav Havels Witwe Dagmar.

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Karel Gott habe Millionen seiner Zuhörer mit Freude erfüllt, bei sich zu Hause und im Ausland, betonte der Prager Erzbischof Dominik Duka, der die Messe zelebrierte. «Er glaubte an den Wert dessen, was das menschliche Leben schön und reich macht», sagte der Kardinal. In Deutschland wurde Karel Gott mit Hits wie «Babicka», «Nie mehr Bolero» und «Biene Maja» berühmt.

Die Öffentlichkeit konnte die Trauerfeierlichkeiten auf dem Vorplatz über Großbildschirme und live im Fernsehen verfolgen. Zum Schluss erklang in der Kathedrale die Stimme Karel Gotts - in einer Aufnahme aus dem Jahr 1974. Damals hatte der Sänger zur berührenden Melodie des Gospelliedes «Amazing Grace» einen tschechischen Text eingespielt.

Ein großes Schwarz-Weiß-Porträt erinnerte an den gebürtigen Pilsener. Soldaten des Wachbataillons trugen den Sarg hinaus, begleitet von den mächtigen Schlägen der Sigismundglocke, die nur an besonderen Festtagen geläutet wird. Hinter ihnen folgten die Witwe Ivana und die beiden Töchter Charlotte Ella (13) und Nelly Sofie (11).

Bereits am Freitag hatten knapp 50 000 Fans bis kurz vor Mitternacht im Prager Sophienpalais am aufgebahrten Sarg des Künstlers Abschied nehmen können. Nach Medienberichten wird der Leichnam des Sängers eingeäschert. Die letzte Ruhestätte ist nicht bekannt. Karel Gott war am 1. Oktober im Alter von 80 Jahren gestorben. Er war an Leukämie erkrankt, nachdem er zuvor bereits eine Lymphdrüsenkrebs-Erkrankung besiegt hatte.

Gemeinsam habe man viele hoffnungslos erscheinende Situationen überwunden, sagte Karel Gotts behandelnder Arzt, Professor Marek Trneny, vor der Trauergemeinde. Doch der Mensch habe sein Leben nicht in der Hand. In den letzten Tagen und Wochen habe Karel Gott ihn immer wieder gebeten, ihm aus der Bibel vorzulesen.

Im Gottesdienst kamen auch Künstlerkollegen zu Wort. «Er war ein Gentleman der guten alten Schule», sagte die Schauspielerin Jirina Bohdalova. Karel Gott habe oft Bedürftigen geholfen, ohne Dank zu erwarten. Musikalisch begleiteten die Opernsänger Stefan Margita und Eva Urbanova die Messe. Popkollegin Lucie Bila sang das «Ave Maria». Die letzten Worte hatte der Geistliche Zbigniew Czendlik: «Auch Dir, Gott, empfehle ich sein Konzert.»

Im Vorfeld hatte es auch Kritik an den staatlichen Ehrungen für den Verstorbenen gegeben. Manche hielten Karel Gott seine Regimetreue im Sozialismus vor, er war einer der prominentesten Unterzeichner der Anti-Charta gegen die Bürgerrechtsbewegung. Als ein Zeichen der Aussöhnung wurde es daher wahrgenommen, dass die Witwe des früheren Dissidenten und späteren Präsidenten Vaclav Havel, Dagmar Havlova, eine der Fürbitten vortrug.

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