Wer mit Marie Kondo noch nicht alles aussortiert und aufgeräumt hat, oder seitdem wieder für Chaos gesorgt hat - immerhin war der Hype um die Japanerin in Deutschland 2020 mit Pandemiebeginn am größten - für den gibt es diverse Serien, die sich mit dem Thema Sortieren und Aufräumen beschäftigen. Diese geben dem Zuschauer nicht nur Tipps und Tricks für das eigene Zuhause mit, sie sind auch gut für die Seele.
Bereits seit 2020 sind Clea Shearer und Joanna Teplin mit "The Home Edit" bei Netflix. In inzwischen zwei Staffeln helfen sie immer gut gelaunt Promis wie Reese Witherspoon, Neil Patrick Harris oder Drew Barrymore, aber auch Normalsterblichen, beim Entrümpeln, Aufräumen und Organisieren. Hier wird nicht nur der Voyeurist im Zuschauer befriedigt, man bekommt auch Anregungen für die eigene Wohnung. Die Expertinnen sortieren zum Beispiel häufig nach dem Rainbow System (also nach Farbe) und nutzen meist durchsichtige Behältnisse zum Verstauen, damit man einfacher den Überblick behalten kann. Durch ihren Instagramkanal zeigen sich die beiden Expertinnen nahbar, wollen aber natürlich auch ihre eigenen Produkte verkaufen.
Wem nur eine aufgeräumte Wohnung nicht genug ist, dem sei zudem "Queer Eye" ans Herz gelegt (am 12. Mai erscheint bei Netflix die siebte Staffel). Unglaublich herzlich und einfühlsam nehmen sich darin seit 2018 Bobby Berk, Karamo Brown, Tan France, Jonathan Van Ness und Antoni Porowski das komplette Leben einer Person vor.
Auch im Free-TV ist der Trend angekommen: Sixx etwa zeigt seit 2021 "Organize 'n Style - Isabella räumt auf!". Ein paar Folgen können kostenlos in der Mediathek angesehen werden. Ganz neu ist diese Art der Unterhaltung im deutschen Fernsehen derweil nicht - man erinnere sich an Formate wie "Schrankalarm" bei VOX mit Manuel Cortez und Miyabi Kawai, das von 2015 bis 2017 ausgestrahlt wurde.
Neuer aber ist, dass auch in den sozialen Medien diverse Accounts - Privatpersonen wie Promis oder Firmen - Aufräum- und Putztipps geben. Unter dem Hashtag "Shelfie" beispielsweise sind mehr als drei Millionen Fotos von aufgeräumten Schränken zu sehen. In Meal-Prep-Videos werden Mahlzeiten für die ganze Woche vorbereitet und ästhetisch erst in Dosen, dann im Kühlschrank angeordnet. Die kurzen Videos sind dabei nicht nur Motivation, sie haben zudem eine beruhigende Wirkung.
In einer kriesengeprägten Zeit bieten die Serien wie Social-Media-Beiträge eine kurze Auszeit, weil sie zumindest einen Teilbereich ordnen, und sind vielleicht genau das, was aktuell zum Herunterkommen benötigt wird.