Berlin. Eine Homestory mit Sylvester Stallone, eine mordlustige Masseurin und Neues von Nicole Kidman: Wir stellen die interessantesten Neuerscheinungen vor, die im Juli bei Streaminganbietern oder im Bezahlfernsehen starten.
„The Horror of Dolores Roach“
Sie ist die weibliche Antwort auf Dexter, den sympathischen Serienkiller: Dolores Roach (Justina Machado) lebt als Freundin eines Dealers in New York und geht für ihn in den Knast. Als sie 16 Jahre später abgebrannt und obdachlos frei kommt, ist ihr Viertel völlig gentrifiziert – nur der alte Empanada-Laden ihres Kiffer-Kumpels Luis Batista (Alejandro Hernandez) ist noch da. Er lässt Dolores bei sich wohnen, im Souterrain richtet sie ein Massagestudio ein. Als ihr kleines Paradies bedroht wird, wendet sie brachiale Gewalt an – und dank einer kannibalischen Geheimzutat verkaufen sich Luis Empanadas plötzlich wie geschnitten Brot. Es ist in diesem makaber-komischen Achtteiler der Beginn einer blutigen Freundschaft zwischen zwei Außenseitern.
Ab 7. Juli bei Prime Video.
„Legend of Wacken“
Lange Haare, laute Musik und viel Bier: Tief in der norddeutschen Provinz findet jeden Sommer eines der größten Heavy-Metal-Festivals der Welt statt – das Wacken Open Air. Es gab schon viele Dokumentarfilme über das Spektakel, nun wird es sogar zum Serienstoff: In „Legend of Wacken“ spielt Charly Hübner den Festivalgründer Holger Hübner, der bei Aufbauarbeiten einen Stromschlag erleidet und im Koma liegt. Sein Kumpel Thomas (Aurel Manthei) erzählt ihm am Krankenbett von vergangenen Teenager-Tagen, als sie in einer Garage eine Metal-Band gründeten und schließlich das Festival ins Leben riefen. In den Rückblenden lässt die Zeitreise die piefige Kohl-Ära recht gut aufleben, insgesamt wirkt die sechsteilige Hommage an das Festival aber etwas ungelenk.
Ab 7. Juli bei RTL+.
„The Family Stallone“
Von Ozzy Osbourne bis Natascha Ochsenknecht, von den Kardashians bis zu den Geißens: Schon manche Promis haben aus ihrem Privatleben (oder dem, was dafür ausgegeben wird) eine Reality-Soap gemacht. Jetzt lädt auch Superstar Sylvester Stallone in seine vier Wände ein, aber allzu exklusive Einblicke sollten Fans nicht erwarten. Im Mittelpunkt stehen Stallone, seine Ehefrau Jennifer und die drei erwachsenen Töchter Sophia, Sistine und Scarlet. In Interviews berichten sie, dass ihr Vater früher oft ihre Freunde verscheucht habe, indem er den starken Mann markierte, und auch Stallone selber kokettiert mit Zigarre im Mund mit seinem Actionheld-Image. So witzig wie einst die schräge Sippe von Kultrocker Ozzy Osbourne ist der Rambo-Clan leider nicht.
Ab 14. Juli bei Paramount+.
„Die nettesten Menschen der Welt“
Die ARD versucht sich an Geschichten aus der Twilight Zone: In dieser Anthologie-Serie (bedeutet: die einzelnen Episoden hängen nicht zusammen) werden in sechs mal 20 Minuten doppelbödige Storys erzählt, in denen das Böse um die Ecke linst und viele bekannte Schauspieler und Schauspielerinnen auftreten – mit sichtlichem Spaß, sich einmal von einer anderen Seite zu zeigen. In der Auftaktepisode etwa spielt Silke Bodenbender eine überbesorgte Mutter, die in Panik gerät, als ihre angeblich allergiekranke Stieftochter Lill (Hannah Schiller) spurlos verschwunden ist – oder ist Mama vielleicht gar nicht so lieb? In diesem Stil geht es mit Stars wie Jörg Schüttauf, Fabian Hinrichs und Axel Milberg schwer mysteriös angehaucht weiter.
Ab 21. Juli in der ARD-Mediathek.
„Special Ops: Lioness“
An großen Namen fehlt es dieser neuen Spionageserie wahrlich nicht: Die Superstars Morgan Freeman und Nicole Kidman spielen zwei Hauptrollen, und die Idee stammt von Taylor Sheridan, dem Schöpfer aktueller Serienhits wie „Yellowstone“ und „Tulsa King“. Inspiriert von einem realen Militärprogramm der CIA, kreist „Special Ops“ um die Elitesoldatin Cruz Manuelos (Laysla De Oliveira), die für die Sondereinheit „Lioness“ rekrutiert wurde, um eine Terrororganisation zu unterwandern und ein zweites Nine-Eleven zu verhindern. Nicole Kidman spielt die Chefin des Lioness-Programms und Marvel-Star Zoe Saldana („Guardians of the Galaxy“) die CIA-Frau, die ihre weiblichen Undercover-Kämpferinnen mit hartem Training auf den gefährlichen Einsatz vorbereitet.
Ab 23. Juli bei Paramount+.
„Futurama“
Ein vulgärer Roboter, ein humanoider Hummer und eine verführerische Zyklopin, die im Jahr 3000 einen intergalaktischen Pizzaservice betreiben: Die Trickserie „Futurama“ war eine ins Bizarre gesteigerte Science-Fiction-Variante der „Simpsons“ (beide stammen von TV-Autor Matt Groening) und feiert nach zehn Jahren Pause jetzt ihr Comeback. In den neuen Folgen mischen wieder alle Protagonisten von damals mit, darunter der New-Yorker Pizzabote Fry, der sich im Jahr 1999 versehentlich einfror und im 31. Jahrhundert aufgetaut wurde. Wie jede gute Science-Fiction-Story nimmt auch diese schräge Satire die Probleme der Gegenwart aufs Korn: Es geht um Kryptowährungen, Cancel Culture und Streaming, außerdem bedroht eine Pandemie das New York der Zukunft.
Ab 24. Juli bei Disney+.