Nach dem verheerenden Feuer in einer Bar im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana weisen zahlreiche der mehr als 110 Verletzten lebensbedrohliche Verbrennungen auf. In der Universitätsklinik Lausanne wurden allein etwa 13 erwachsene und 8 minderjährige Brandverletzte aufgenommen, «deren Körperoberfläche zu mehr als 60 Prozent verbrannt ist», wie der Chefarzt des Spitals Morges, Wassim Rafoul, dem Sender RTS sagte.
In der Silvesternacht waren bei dem Brand in einer Bar mit Hunderten größtenteils jungen Feiernden etwa 40 Menschen ums Leben gekommen, 115 weitere wurden verletzt. Die Tragödie gilt als einer der schlimmsten Unfälle in der Geschichte der Schweiz.
Rafoul sagte weiter, es handle sich um sehr schwere Verletzungen, deren Behandlung sehr lange dauern werde. Hinzu könne kommen, dass die Verletzten auch Rauchgasvergiftungen, Quetschungen sowie Knochenbrüche durch das Gedränge erlitten hätten. Durch das Verbrennen von Kunststoff könnten sehr giftige Dämpfe entstanden sein.
Je nach Schweregrad der Verbrennung - also ihrer Tiefe und ihrer Ausdehnung - ist eine Hauttransplantation erforderlich. Wenn 60 Prozent oder mehr der Hautoberfläche verbrannt sind, besteht unter anderem das Risiko eines Multiorganversagens und damit Lebensgefahr.
Macron bietet Hilfe an
Der französische Präsident Emmanuel Macron teilte auf der Plattform X mit, Frankreich nehme Verletzte in seinen Krankenhäusern auf und stehe für jede Hilfe zur Verfügung. Verletzte wurden Berichten zufolge bereits nach Paris und Lyon gebracht. Daneben haben auch Schweden und Nordmazedonien ihre Hilfe angeboten.
Die Ursache des Feuers ist bislang unklar. Die Kantonsregierung des Wallis schrieb in einer Mitteilung von einem «Flashover» in der Bar - ein Brandphänomen, das eine Brandschutzsachverständige in der ARD mit einer Art Feuerwalze verglich.