„Elli“ war nicht ganz so stürmisch, wie es die Meteorologen für möglich gehalten hatten, Potenzial für Unglücke und Unfälle war gleichwohl vorhanden. Dafür waren Straßen und Bürgersteige ausreichend vereist und Schnee in Massen auf Autobahnen niedergegangen. Aber Ärzte mussten nicht so viel operieren wie befürchtet, das Verkehrschaos hielt sich in Grenzen. Das ist eine der wenigen guten Nachrichten in diesen angespannten Zeiten. Deshalb lohnt ein Blick auf den Grund.
Die frühen Warnungen der Wetterdienste und die Informationen über die Medien führten zu kollektiver Vorsicht und Vorbereitung. Berufstätige Eltern konnten rechtzeitig die Betreuung ihrer Kinder organisieren, für die Kitas und Schulen geschlossen bleiben sollten.
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt
Arbeitgeber ermöglichten Homeoffice, wo es möglich war. Familien machten schon zur Mitte der Woche Großeinkäufe, um bei Sturm und Eis nicht aus dem Haus zu müssen. Wer konnte, ließ das Auto stehen und überließ die Straße den vielen Streufahrzeugen. Es funktioniert also doch in diesem Land: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, Ruhe bewahrt.
Statt jetzt Meteorologen zu kritisieren, sie hätten diesen Wintereinbruch dramatisiert, sollten solche Nörgler für den milderen Verlauf lieber dankbar sein. Umgekehrt wäre es dramatisch gewesen.
Einer ist aber wieder auf der Strecke geblieben: die Deutsche Bahn. Unpünktlichkeit der Züge und auch eine frühe Streichung gebuchter Verbindungen bringen kaum noch jemanden auf die Palme. Was unverständlich bleibt: wie schwerfällig die Bahn wieder ins Rollen kommt. Und was unverschämt ist: Dass Verspätungen oder gar Zugausfälle nicht einmal dann kommuniziert werden, wenn man schon auf dem Bahnsteig steht. Marode Schienen sind das eine, Kommunikation ist das andere. Hier muss das Unternehmen aufhören, seinen Kunden Zeit und Nerven zu stehlen.