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Protestaktionen

Tausende Teilnehmer bei Apothekerprotesten in NRW

Viele geschlossene Apotheken für einen Tag: In Nordrhein-Westfalen haben sich Tausende Menschen an den bundesweiten Protestaktionen der Apotheker gegen die Gesundheitspolitik der Bundesregierung beteiligt. Allein an einer Kundgebung des Apothekerverbandes und der Apothekerkammer Nordrhein in Düsseldorf nahmen nach einer Schätzung der Veranstalter 7500 Personen teil. In Westfalen-Lippe gingen laut dem regionalen Apothekerverband in neun Städten insgesamt über 4000 Menschen auf die Straße.

Laut der Apothekerverbände öffneten mehr als 90 Prozent der Apotheken in NRW am Mittwoch nicht. In akuten Fällen sollte die Versorgung von Notdienstapotheken sichergestellt werden.

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Mit dem Protesttag wollen die Apotheker ihren Forderungen Nachdruck verleihen. Die Apothekerverbände verlangen eine Anhebung der Honorare für verschreibungspflichtige Arzneimittel. Trotz steigender Kosten habe es bereits seit zehn Jahren keine Honoraranpassung mehr gegeben. «Wir brauchen dringend Unterstützung und Entlastung», sagte Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein, am Mittwoch der dpa.

Auch angesichts der Lieferengpässe bei Medikamenten, von denen jedes zweite Rezept betroffen sein soll, fordern die Apotheker die Regierung zum Handeln auf. «Die Politik muss hier Verantwortung übernehmen», sagte Preis. Thomas Rochell, Vorsitzender des Apothekerverbands Westfalen-Lippe, ging in Münster auf die Bedeutung der örtlichen Arzneimittelversorgung ein: «Wenn sich die Bedingungen nicht ändern, wird die Zahl der Apotheken weiter zurückgehen.»

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