Er soll gefälschte Personalausweise und Führerscheine über das Darknet verkauft haben: Ein 36-jähriger mutmaßlicher Dokumentenfälscher ist der Polizei in Herten im Ruhrgebiet ins Netz gegangen, wie die Kölner Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte.
Bundespolizisten durchsuchten am 5. September sieben Objekte wegen des Verdachts der besonders schweren Urkundenfälschung. Der 36-Jährige sei dabei festgenommen worden. Zwischen 350 und 1000 Euro soll er für eine Fälschung verlangt haben. Seit vergangenem Dezember sei gegen ihn ermittelt worden.
19 Fälschungen könnten ihm nachgewiesen werden, teilte eine auf Cybercrime spezialisierte Zentraleinheit der Staatsanwaltschaft mit. Von einer wesentlich höheren Fallzahl sei auszugehen.
Es handele sich zum Teil um sehr hochwertige Fälschungen. «Je höher der Preis, desto besser waren auch die erstellten Fälschungen. Gerade die gefälschten Dokumente aus dem oberen Preissegment wären im Rechtsverkehr kaum als solche zu erkennen gewesen und gut genug, um auch Prüf-Apps auf dem Smartphone zu täuschen», so Marco Haufe, Urkundenprüfer der Bundespolizei.
Die Ermittler beschlagnahmten professionelles Fälscher-Equipment wie eine Lasergravurmaschine, eine Vakuumpresse, Drucker und Folien. Außerdem wurden Datenträger, Smartphones und mehrere Computer sichergestellt. Auch gefälschte Dokumente konnten gefunden und beschlagnahmt werden.
Am Mittwoch kam eine weitere Razzia gegen die mutmaßlichen Abnehmer der gefälschten Dokumente hinzu. Durchsucht wurden Wohnungen in Metelen (Kreis Steinfurt), Köln, Frankfurt/Main (Hessen) sowie in Lengede (Niedersachsen). Der Verdacht richte sich gegen Männer im Alter zwischen 22 und 27 Jahren. Insgesamt seien 170 Beamte an den Durchsuchungsaktionen beteiligt gewesen.