Am Freitagabend hat es beim Spiel Borussia Mönchengladbach gegen Werder Bremen die ersten angekündigten Fanproteste gegen die Deutsche Fußball Liga in der ersten Bundesliga gegeben. Mit «Scheiß-DFL»-Rufen und dem Werfen von Geldmünzen-Imitaten auf das Spielfeld beendeten beide Fanlager nach zwölf Minuten ihr zuvor demonstratives Schweigen. Die Partie war für einige Minuten unterbrochen, um den Rasen von den Münzen zu befreien.
Bis dahin hatte für beide Mannschaften keine üblichen Anfeuerungsrufe gegeben. Stattdessen waren in beiden Fankurven verschiedene Protestbanner zu sehen. «Stille Wasser sind tief! Wir werden kein Teil eures Deals sein - Scheiss DFL!», war auf einem Banner in der Gladbacher Nordkurve zu lesen. Im Bremer Block war zu lesen: «DFL: Abstimmung gewonnen. Seele endgültig verloren!»
Bei der Mitgliederversammlung am Montag hatte die DFL von den Proficlubs das Mandat erhalten, nun konkrete Verhandlungen mit einem strategischen Vermarktungspartner aufzunehmen. Für eine prozentuale Beteiligung an den TV-Erlösen soll ein Finanzinvestor bis zu einer Milliarde Euro zahlen. Der Vertrag soll eine Maximallaufzeit von 20 Jahren haben. Diese Vereinbarung stößt bei vielen Fans auf wenig Gegenliebe.
Deshalb hatte die Fanszene für dieses Wochenende den zwölf Minuten langen Stimmungsboykott in den Stadien angekündigt. «Unsere Ressourcen im Kampf gegen die Profitgier und Willkür der DFL werden wir kollektiv bündeln. Noch könnten die Geschäftsführer der Liga das verhängnisvolle Investmentprojekt stoppen. Wir werden diesen Weg genauestens im Visier behalten!», hieß es in einer Erklärung.